Heulimonade aus Ruchgras vom urbanen Balkongarten

Heusirup Rezept Ruchgras

Kennt ihr Ruchgras? Ich bin da vor kurzem drüber gestolpert, als ich bei einem Großeinkauf in einem Kräuterlädchen in Datteln einige mir bis dahin unbekannte Kräuter für meinen Balkongarten einpackte. Laut Kurzbeschreibung des Ruchgrases sollte es sich zum Räuchern, aber auch für Heusirup bzw. Heulimonade eignen. Da ich nun nicht so die Räucherin bin, aber immer neugierig auf alle möglichen Getränkeexperimente, wanderte das Töpfchen mit dem Ruchgras also auch in meinen Einkaufskorb.

Heusirup Rezept Ruchgras

Daheim auf Balkonien pflanzte ich das Ruchgras in ein altes Küchensieb, das ich mal gefunden hatte. Damit keine Erde durchpurzelt, habe ich es mit einer alten Tüte (eine leere Klopapierplastikverpackung) ausgekleidet.

Heusirup Rezept Ruchgras

Das Ruchgras ist sehr schön angewachsen und als es eine gewisse Höhe hatte, habe ich einen Büschel abgeschnitten um daraus Heu zu machen. In einem Sieb habe ich es einige Tage ordentlich trocknen lassen.

„Normales“ Heu hat ja einen sehr typischen Geruch. Ich liebe ihn ganz besonders, weil er mich an Sommer bei meiner Oma erinnert, als mein Opa noch das Heu für seine kleine Schafsherde selbstmachte und wir Kinder auf dem Heuboden spielten.

Das faszinierende am Ruchgras finde ich, dass es so einen krass intensiven Geruch beim Trocknen entwickelt. Jedes Mal, wenn ich den Balkon betrat, tauchte ich ein in eine Geruchswelt, die wie der komplette Heuboden an einem heißen Sommertag in meiner Kindheit roch. Und das, obwohl die abgeschnittene Menge an Gras nun mal wirklich überschaubar war!

Heusirup Rezept Ruchgras

Für den Sirup habe ich das halbe Internet nach allen möglichen Rezepten durchforstet und mich für folgende Vorgehensweise entschieden:

Rezept für Heusirup

Zutaten:

  • getrocknetes Heu (ungefähr 1 handvoll)
  • 600 ml Wasser
  • 2 ausgepresste Zitronen
  • 400 gr Zucker

Das Heu habe ich mit einer Schere kleiner geschnitten und in ein Einmachglas gefüllt. Das Wasser habe ich mit dem Zitronensaft und dem Zucker etwa 2 Minuten aufgekocht. Damit das Einmachglas beim Befüllen mit der heißen Flüssigkeit nicht platzt, habe ich von außen langsam heißer werdendes Wasser drüber laufen lassen. Danach habe ich die noch heiße Flüssigkeit eingefüllt und das Glas verschlossen. Das Heu musste nun drei Tage durchziehen.

Heusirup Rezept Ruchgras

Nach den drei Tagen habe ich eine Schüssel genommen, ein großes Sieb reingelegt und mit einem sauberen Baumwolltuch ausgekleidet (ohne Weichspüler gewaschen!). Die ganze durchgezogene Flüssigkeit habe ich dann durch das Tuch abgeschüttet und zum Schluss einmal ordentlich ausgedrückt. Die aufgefangene Flüssigkeit musste nun noch einmal ordentlich aufkochen. Die Flaschen zum Abfüllen vom Sirup habe ich mit heißem Wasser ausgespült um zu verhindern, dass die Flaschen evtl. zerspringen. Dann habe ich den Sirup auf die Flaschen verteilt und direkt die Deckel aufgeschraubt (Achtung beim Zuschrauben: die Flaschen werden heiß!). Fertig war der Sirup!

Die letzten Tage habe ich mich nun durch diverse Getränkekombinationen probiert 🙂 Der Heusirup schmeckt mir richtig gut: total sommerlich, wie eine frischgemähte Wiese und herrlich erfrischend! Gerade der Heugeschmack klingt ja erst einmal etwas seltsam, aber ich fand es überraschend lecker und schwärme seit dem jedem, der es hören oder auch nicht hören möchte, davon vor!

Schaut mal, diese Getränke gab es bei mir mit dem Sirup:

Heusirup Rezept Ruchgras

Weißweinschorle: Weißwein und Wasser (50 : 50 gemischt) + Eiswürfel + gefrorene Himbeeren + 1 Schuss Heusirup

 

Heusirup Rezept Ruchgras

Sommershake: 1 gefrorene Banane + etwas Wasser + 1 Eßl. Mandelmus + einige gefrorene Heidelbeeren + 1 Schuss Heusirup im Mixer vermischt

 

Heusirup Rezept Ruchgras

Melonenslush: gefrorene Wassermelone + etwas Wasser + 1 Schuss Heusirup im Mixer vermischt

 

Heusirup Rezept Ruchgras

Wasser mit Geschmack: Wasser + etwas frische Minze + 1 Schuss Heusirup

 

Heusirup Rezept Ruchgras

Zitronenwasser: Wasser + 1 Scheibe Zitrone + 1 Schuss Heusirup

 

Habt ihr nun auch Lust auf Heusirup bekommen? Theoretisch kann man das Rezept mit jeder Art von Heu nachmachen. Aber gerade das Ruchgras ist besonders aromatisch. Doch man darf nicht zu viel Heusirup pro Tag zu sich nehmen, weil das Ruchgras Cumarin enthält. Das ist z. B. auch in Waldmeister und Zimt enthalten und kann bei größeren Mengen gesundheitsschädlich wirken (u. a. hier und hier gelesen).

Weitere sommerliche Rezeptideen findet ihr übrigens in meinem Beitrag vom letzten Jahr!

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