Durch die Eifel – Auszeit-Roadtrip Teil 2

Ich bin nun schon eine Weile unterwegs und genieße meine Auszeit in vollen Zügen! Seit meinem ersten Reisebericht bin ich mit meinem Microcamper in Richtung Eifel und durch diese hindurch gefahren. Eine so eine schöne und abwechselungsreiche Gegend! Doch seht selbst!

Frauke und ihr Hund gehen auf eine Burgruine zu

Von der Nord- und Rureifel verschlug es mich über die Schneifel zur Hocheifel und Vulkaneifel. Ja, die Eifel hat viel mehr unterschiedliche Bereiche, als man landläufig so meint!

In den letzten Jahren habe ich schon einige schöne Ecken in der Eifel bei kurzen Urlauben hier entdeckt. So war ich letztes Jahr für ein krimilastiges Wochenende in Berndorf, vor zwei Jahren in der kältesten Woche des Jahres in Blumenthal, vor vier Jahren in Einruhr und vor fünf Jahren das erste Mal in der Vulkaneifel und habe dabei ganz nebenbei gelernt, warum die Vulkaneifel VULKANeifel heißt (…ernsthaft, ich wusste das nicht…).

Bach bei Abenddämmerung
Mauer vom Erkelenzer Rathaus mit Lichtpunkten
ein Kinderroller und ein Kinderfahrrad vor einer Ziegelhauswand

Sehr stark nachhaltig beeindruckt haben mich direkt zwei Orte: die Braunkohletagebaugebiete Garzweiler und Hambacher. Klar, aus den Medien kenne ich beide Gebiete. Ich habe Fotos gesehen und Berichte gelesen. Doch ich war noch nie dort. Nun war ich dort. Und ich war sprachlos. (War das bereits die Eifel? Oder ist das eher noch etwas zu nördlich? Nehmt meine Einteilung hier bitte nicht zu ernst, falls ich die Region etwas in den Norden ausgedehnt habe…)

Bei beiden Tagebauten gibt es verschiedene Aussichtsplattformen. Ich war jeweils bei einer und habe dort die massive Größe der Fläche auf mich wirken lassen. Wahnsinn. Punkt.

Was wir dort mit unserer Natur und auch den Menschen anstellen. Unfassbar.

Ich habe mich mit einem Anwohner unterhalten. Er wurde als Kind selbst umgesiedelt. Für ihn war immer klar, dass irgendwann der Bagger kommt und seine Heimat weg sein würde. Es gab Geld für die vorhandenen Häuser und für die Umsiedlung. Laut seiner Erfahrung waren ungefähr 50 % der Anwohner mit der Umsiedlung einverstanden, die anderen 50 % nicht. Die neu entstandenen Orte findet er nicht unbedingt hässlich und er sieht das Ganze sehr pragmatisch, schließlich freut er sich auch, wenn er abends einfach so den Lichtschalter betätigen kann. Und doch, die ganze Umsiedlung hätte die Menschen verändert. Es seien immer noch die gleichen Menschen, und doch, sie hätten sich verändert. Der Anwohner wirkte sehr nachdenklich auf mich, während wir darüber sprachen.

Ich bin danach durch eine dieser Geisterstädte gefahren. Der Ort ist bereits leergezogen, die Kirche entsegnet. Aber der Abbruch hat noch nicht begonnen. Ein sehr, sehr seltsames Gefühl.

Blick auf Garzweiler I und II
Blick auf Hambach
Eine Hummel fliegt auf eine Mohnblüte zu

So nehme ich von jedem Ort, jedem Halt, den ich einlege, etwas mit. Ein Gespräch, einen kleinen Einblick in einen mir fremden Alltag. Eine Erinnerung an einen schönen oder nicht so schönen Flecken Erde. Eine Erfahrung mit einer hilfsbereiten oder auch etwas beänstigenden Geste.

eine Kuh leht sich über den Zaun und grast

Beim letzten Mal schrieb ich ja davon, wie wichtig mir mein Sicherheitsgefühl ist. Gerade nachts, wenn ich irgendwo mit meinem Microcamper stehe. Kurz nach dem letzten Beitrag gab es leider ein paar Momente, wo ich mich nicht mehr so 100 %ig sicher fühlte. Bis dahin war ich davon ausgegangen, dass ich mit meinem kleinen Citroen C1 relativ unauffällig bin. Und das wiederum gab mir auch etwas Sicherheit.

Doch mir ist es mehrmals tagsüber passiert, dass ich von Männern auf Parkplätzen angesprochen wurde, ob ich dort etwa übernachten wollte. Tagsüber, als ich dort nur geparkt habe, um mir den Ort anzusehen oder eine kleine Wanderung zu machen. Tagsüber, als mein Auto nicht nach einer Schlafmöglichkeit aussah. Einmal beobachtete mich ein Mann sehr offensichtlich sehr lange, fuhr erst im Schritttempo mehrmals an meinem Auto vorbei und ging dann zu Fuß sehr langsam an meinem Auto vorbei, während er mich permanent im Auge behielt. Es ist jeweils nicht mehr passiert. Doch mein Sicherheitsgefühl hat gelitten und plötzlich ging mein Kopfkino los. Ich will hier gar nicht näher auf meine Ängste eingehen, doch mir war klar, dass ich in den darauf folgenden Tagen etwas ändern möchte, um das Sicherheitsgefühl wieder herzustellen.

Über das „Landvergnügen“ habe ich zu dem Zeitpunkt leider keinen freien Stellplatz gefunden. „Normale“ Campingplätze in meiner Nähe in der Eifel waren ebenfalls ausgebucht. Weil ich auch mein Zelt dabei habe, hatte ich es noch über „1nitetent“ und „zeltzuhause“ probiert, doch auch hier ohne Erfolg. So hatte ich zwei Nächte, wo ich auf jeden Fall frei stehen musste und die fühlten sich eher unsicher an. Einfach vom Gefühl her. Es ist nichts passiert, doch mein Gefühl war unsicher und das war nicht wirklich schön. Auch solche Erfahrungen gehören dazu.

Frauke sitzt auf einer Holzbank, ihr Hund liegt zwischen ihren Beinen - Fernsicht über die Eifel

Mina und ich waren nun auf verschiedenen Campingplätzen und das jeweils mehrere Tage am Stück. Mein Sicherheitsgefühl kehrt zurück. Mina taten die Tage auch gut, weil sie so immer einen festen Ausgangspunkt für Tagesausflüge hatte und nicht jede Nacht woanders schlief.

Aquarell von einem Zaun mit einer Holztafel und der Nummer 5

Nach und nach fülle ich mein Urban-Sketching-Reisetagebuch mit kleinen Aquarellen von Momenten, Situationen und Gegenden.

See mit Bäumen drum herum
Mina liegt neben einer Schale Erdbeeren auf der Picknickdecke

Als vielerorts die Schafskälte einsetzte, wurden auch wir in der Eifel davon nicht verschont. Die Temperatur war zeitweise tagsüber bei 9 Grad und dementsprechend nachts noch kühler.

Ich habe mein Tarp eingepackt um es bei Regen als Vordach nutzen zu können. Dies hat uns schon so einige Stunden gerettet, die wir sonst im Regen oder nur im Microcamper hätten sitzen können.

Einen Tag haben wir im Freilichtmuseum Kommern verbracht. Durch die Corona-Auflagen waren etliche Häuser geschlossen bzw. nur durch eine im oberen Bereich geöffnete Haustür zu beschauen. Doch es war ein schöner Tagesausflug, bei dem ich auch noch ein leckeres Brot kaufte, das dort vor Ort gebacken worden war. Die Ausstellung „WirRheinländer“ hat mich auch sehr beeindruckt. (Mina musste natürlich jeweils draußen warten.)

Schale und Kerzenständer auf einem Tisch mit karrierter Tischdecke - Freilichtmuseum Kommern in der Eifel

Auf meinem Weg kam ich auch durch die wunderschöne Altstadt von Kronenburg. Sie ist nicht sonderlich groß, doch dafür umso schöner!

Häuserfront einer Straße in Kronenburg (Eifel), Kopfsteinpflaster
Schwarzweiß-Foto von einem Pärchen in traditioneller Kleidung auf einer bemoosten Steinwand
links und recht ein Steinblock - auf dem linken ist ein Gesicht aufgesetzt - im rechten fehlt dieser Abdruck im Stein - Kronenburg in der Eifel

Dort habe ich mir aus einem Kunstautomaten dieses kleine Kunstwerk gezogen.

eine Hand hält ein kleines Kunstwerk: ein Stein mit einem gezeichneten Fisch darauf - Text dazu: "In der Eifel werden die Fische viele Millionen Jahre alt"
Verkehrsschild "Bitte Schritt fahren" - darauf ein Aufkleber mit einem schwarzen Gesicht in der Seitenansicht und einem Bagger auf dem Kopf - Text dazu: "Die Vulkane sind das Gesicht der Eifel"

In Dahlem sind Mina und ich über den Bohlenweg vom Moor gegangen. Die ersten 300 m hiervon sind barrierefrei zugänglich, danach kommt ein Waldweg. Die Moorlandschaft war durch die schon so lange andauernde Dürre wirklich sehr trocken (trotz des kurzfristigen Regens der Schafskälte).

Frauke und ihr Hund gehen in Dahlem über den Bohlenweg beim Moor

Die Vielfältigkeit der Eifel beeindruckt mich immer wieder!

Im Eifalia Schmetterlingsgarten habe ich einige Zeit in einer längeren Schlange angestanden, um in das Tropenhaus zu kommen. Derzeit sind wg. der Corona-Auflagen max. 15 Personen erlaubt. Das Anstehen hat sich auf jeden Fall gelohnt! Ich war hin und weg und verzaubert.

Kurz vorher hatte Mina einen sehr doofen und sehr schmerzhaften Kontakt mit einer Bank, der innerlich in mir nachhalte. Ich hörte ihren Schrei in meinen Ohren und konnte ihre Panik und ihren Schmerz so sehr nachempfinden. (Es scheint im Endeffekt nichts schlimmeres passiert zu sein, doch dies war die ersten Minuten gar nicht klar.) Die Anspannung konnte ich kaum loslassen…

Doch als ich das Tropenhaus betrat, flatterten scharenweise die buntesten Schmetterlinge um mich herum! Die kleine Frauke war im Paradies. Gerade die sehr großen, sehr sehr blauen Schmetterlinge faszinierten mich und ich beobachtete ihre schönen Flugkurven. Sie waren zu schnell für meine Kamera, doch ich sehe sie jetzt gerade beim Schreiben vor meinem inneren Auge vor sich hin flattern. Der Schmetterlingsgarten ist nicht sonderlich groß und ich war relativ schnell wieder draußen. Aber diese Minuten in der so leicht erscheinenden, kunterbunten Schmetterlingswelt… Hach, die haben mein Herz leicht gemacht! Mit einer Waffel und einem Kaffee setzte ich mich mit Mina in die Sonne und wir zwei vergaßen den Schreck von vorher für eine ganze Weile!

Schwarz-roter Schmetterlink auf einem grünen Blatt

In der Vulkaneifel konnte ich es mir nicht nehmen lassen, auch einen Vulkan zu besuchen. So spazierten wir durch den Vulkangarten Steffelnkopf!

Blick über den grünen Vulkangarten Steffelnkopf

Ihr seht, ich habe wieder einiges gesehen, erlebt und interessante Gespräche gefüht. Nicht alles war schön, doch das war mir klar, bevor ich überhaupt losgefahren bin.

Ich komme immer mehr im unterwegssein an, auch wenn ich nach wie vor noch mein eigenes Tempo finde.

Mittlerweile sind die Campingplätze auch nicht mehr so sehr überlaufen, wie es kurz nach den ersten Corona-Lockerungen war, sodass ich freier meinen Schlafplatz wählen kann: Landvergnügen, Freistehen, Campingplatz, zelten.

In der kommenden Zeit verschlägt es mich weiter Richtung Süden oder Süd-Osten. Ich habe ein paar Besuche geplant, wo ich nun schaue, ob diese stattfinden können. Währenddessen lasse ich mich weiter durch die südliche Eifel treiben und finde meinen Weg!

Wenn ihr mögt, schaut gerne auch auf meinem Instagram-Kanal vorbei! Dort teile ich regelmäßig Bilder von meinem Roadtrip mit Microcamper!

[Hinweis: evtl. stellt dieser Beitrag Werbung dar. Doch ich habe alles selbst gekauft und selbst bezahlt und es gibt keinerlei Absprache zu einer Werbung. Dies nur zum Schluss, damit niemand auf komische Ideen kommt. Bezahlte Werbung kennzeichne ich immer entsprechend!]

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Frauke,
    was für ein schöner Reisebericht. Vielen Dank dafür. Ich wohne ca 20 km von Garzweiler und Hambach entfernt. Außerdem war ich erst letzte Woche ebenfalls für ein paar Tage in der Eifel. Dein Bericht ist daher für mich brandaktuell und ich verbinde ihn mit vielen Bildern in meinem Kopf. Ich wünsche Dir noch viele schöne Eindrücke und besondere Momente!

    • Liebe Marion!
      Oh, da habe ich ja genau die richtigen Region besucht, mit der du verbunden bist.
      Vielen Dank für deine Wünsche!
      Liebe Grüße, Frauke

  2. Liebe Frauke,
    danke für Deinen ausführlichen Bericht und die tollen Fotos! Alles sehr interessant!!! Nach wie vor bewundere ich Deinen Mut; was ist doch aus der ursprünglich ängstlichen kleinen Frauke von vor Jahren geworden, Respekt!!!
    Weiterhin viel Spaß, pass gut auch Euch beide auf und sei lieb gegrüßt mit ganz vielen guten Wünschen für Deine weitere Reise
    von Josef und Ingrid

    • Ihr zwei Lieben!
      Vielen lieben Dank für eure herzlichen Worte!
      Passt ihr auch gut auf euch auf und bleibt gesund!
      Ganz liebe Grüße, Frauke

  3. Hallo Frauke,

    ich dachte, ich schreib Dir mal, dass Hambach und Garzweiler nichts mit der Eifel zu tun haben. So hügelig ist es da auch nicht (es sei denn, man würde man Fuß der Baggerlöcher stehen und nach oben gucken).
    Beides liegt in der Nähe von Jüchen und gehört letztlich zur Tiefebene der niederrheinischen Bucht. Beides liegt nördlich der Eifel.

    Ansonsten finde ich es schön, dass Du doch los gefahren bist und gucke in den nächsten Wochen sicher mal hier rein.

    Lieben Gruß an Mina,

    Tina.

    • Hallo Tina!
      Oh, vielen Dank 🙂 Ich dachte mir so was schon, es passte aber von der Reiseabfolge einfach gut da rein 😉
      Liebe Grüße, Frauke

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