2 Wörter, die mich dieses Jahr begleiten werden: Freiheit & Sicherheit

Seit Jahresanfang begleitet mich das Wort „Freiheit“. Bereits zum Ende 2019 kristallisierte sich für mich heraus, dass dieses Wort in 2020 für mich eine sehr, SEHR große Bedeutung bekommen würde. Kurz darauf bemerkte ich, dass das Wort „Sicherheit“ für mich genauso dazu gehören würde. Doch warum fokussiere ich mich auf zwei Wörter und richte meine Gedanken und Taten in diese Richtung?

Frauke hat ihre Sichtweise von Freiheit und Sicherheit in einem Aquarellbild festgehalten. Eine blonde Frau sitzt im Schneidersitz erhöht auf einem Felsen, mit dem Rücken zum Betrachter. Im Hintergrund ist ein großes Waldgebiet erkennbar, in dem es ein paar Hochhäuser, einen Förderturm, einen Fluß mit Brücke und einen Zug gibt. Außerdem fliegen ein Vogel und ein Heißluftballon am Himmel.
So entspannt möchte ich auf die Welt blicken. So frei möchte ich mich fühlen.

Während ich mich mit dem neuen Jahr beschäftigte, richtete ich meine Aufmerksamkeit auf meine Wünsche, Ziele, Hoffnungen, Träume, Ängste, Zweifel, die ich mit dem Jahr 2020 verband. Im Dezember 2019 habe ich mir einen Sonntagnachmittag lang Zeit genommen und eine große Collage angefertigt. Nach und nach strukturierte ich meine verschiedenen Gedanken und Wünsche, Pläne und Lösungen.

Indem ich all das Positive bewusst festgehalten und visualisiert habe, was ich mir für das neue Jahr ausmale, richte ich meine Gedanken und mein Handeln auf diese Punkte aus. Es ist zu großen Teilen wie eine selbsterfüllende Prophezeihung: wenn ich mich auf etwas konzentriere (ob bewusst oder unbewusst), lenke ich meine Aufmerksamkeit und damit meine Energien in diese Richtung.

(Es gibt Menschen, die an diesem Punkt auch davon sprechen, dass man ALLES negative von sich fernhalten und im Zweifelsfalle sogar Depressionen, Krebs etc. damit heilen könne. Das meine ich damit natürlich nicht und ich halte diese Aussagen auch für gefährlichen Bullshit. Meiner Meinung nach geht so eine Haltung echt zu sehr in die Richtung: Wenn es anders läuft, als geplant oder gewünscht, bist du selbst schuld an deinen Problemen, weil a) du es dir (unbewusst) selbst gewünscht hast oder b) du dich nicht stark genug angestrengt hast um das Unglück von dir fern zu halten.)

Sobald ich mich auf etwas konzentriere, mich mit etwas beschäftige und auseinander setze, nehme ich auch mehr in diese Richtung wahr. Klingt ansatzweise spirituell, so meine ich es aber nicht. Für mich geht es eher so: „Oh, ich möchte mir so gerne ein grasgrünes Auto kaufen. Ich informiere mich mal, welche Hersteller grasgrüne Autos in meiner Preiskategorie verkaufen.“ und schwups: ich sehe überall auf der Straße grasgrüne Autos, die ich bis dahin nie wahrgenommen habe. Und das einfach nur deshalb, weil ich meine Aufmerksamkeit ab diesem Zeitpunkt auf grasgrüne Autos lenke.

Und so kam ich letztendlich auf das Wort „Freiheit“ für 2020.

Freiheit

Ich habe in den letzten Wochen einiges in die Wege geleitet, Entscheidungen gefällt und in die Tat umgesetzt. Mein Leben bzw. mein Alltag werden in 2020 ziemlich umgekrempelt. Die genauen Details erzähle ich euch in ein paar Tagen in einem separaten Beitrag! Die „Freiheit“ spielt hierbei auf jeden Fall eine sehr große Rolle.

Doch ich kenne mich und meine lang antrainierten und angewandten Verhaltensweisen und Glaubenssätze. „Freiheit“ ist hier bisher nicht wirklich ein Bestandteil bzw. nicht richtig positiv besetzt gewesen. Ich kann mir nun also einfach vornehmen die „Freiheit“ in mein Leben zu lassen.

Doch die Gefahr, dass dies für mich nicht dauerhaft umsetzbar und in mein Leben integrier bar ist, ist groß. Die inneren Kräfte und Stimmen haben da leider noch ein paar dicke Wörtchen mitzureden. Es gab Zeiten, da war es für mich sehr hilfreich mich nicht „frei“ zu fühlen. Und genau darauf pochen diese inneren Anteile nach wie vor. Die Angst, dass es wieder einmal sehr nützlich sein könne, sich wie damals zu verhalten, ist zu groß. Was ist, wenn ich mich nun auf neue, unbekannte, unerprobte (!) Verhaltensweisen einlasse und die alten, irgendwann mal sehr (!) hilfreichen Verhaltensweisen dabei verlerne? Letztendlich ist das Leben doch ungewiss und die Welt eigentlich schlecht und genau darauf, auf mein (Über-)Leben nämlich, sollte ich mich doch konzentrieren! Hallo, der Kontrollverlust über mein Leben könnte drohen!

Ähm. Ja. Also, bis zu einem gewissen Punkt gebe ich meinen inneren Stimmen und Impulsen da natürlich recht. Aber nun habe ich die letzten Jahre ja einiges gelernt, in meinen 2 Therapien bearbeitet und hinterfragt und überhaupt: ich DARF mich frei fühlen.

Um das nun dauerhaft zu lernen und dieses Gefühl von „Freiheit“ in meinen Alltag einzubauen und nicht übermorgen bereits wieder unter den Tisch fallen zu lassen, behalte ich das Wort einfach mal für das komplette Jahr 2020 als wichtig in meinem Hinterkopf. So stoße ich immer wieder auf Punkte, Begebenheiten, lesenswertes oder oder oder, das irgendwie damit zu tun hat. Und genau so kann ich nach und nach lernen, dass die „Freiheit“ etwas völlig normales ist und dass ich mich frei fühlen darf ohne dabei Angst oder Kontrollverlust zu empfinden.

Damit sind wir nun auch bereits bei dem zweiten Wort für 2020 angekommen: „Sicherheit“.

Sicherheit

Dieses Wort beinhaltet für mich verschiedene Aspekte. Einmal die Selbst-Sicherheit, die ich in den letzten Jahren (Depression und damit verbundenen Therapien sei dank) sehr gut gelernt und verankert habe. Dann aber auch Sicherheit in unbekannten Umgebungen, bei unbekannten Terminen, mit unbekannten Menschen, etc. Puh, da wird es schon schwieriger.

Mir fehlt so eine Art positives Grund-Vertrauen in die Welt. Ich befürchte jetzt nicht ständig und überall das Schlimmste. Ich kann auch ziemlich souverän entspannt durch einen einsamen Wald laufen. Aber ich fürchte mich vor einigen bestimmten Dingen, die ich hier gar nicht näher ausführen möchte. Um im grob umrissenen zu bleiben: körperliche Übergriffe, (finanzielle) Existenzangst, Hunger, Einsamkeit, Kontrollverlust… Manche Dinge muss ich evtl. gar nicht selbst erlebt haben. Mir hat die Arte-Doku „Vererbte Narben – generationsübergreifende Traumafolgen“ in einigen Punkten sehr die Augen geöffnet. (Ihr findet sie z. B. hier.)

Genau in diesen Punkten brauche ich ein inneres, starkes Gefühl von „Sicherheit“.

Finanzielle Absicherung schafft bei mir nur in einem Teilbereich ein Sicherheitsgefühl und auch nur bedingt. Genauso das Besitzen von materiellen Gütern. Alles bis zu einem gewissen Grad wichtig und richtig, aber letztendlich gibt es mir kein Ur-Gefühl von „Sicherheit“ in meinem Leben.

Ich möchte mich gerne verbundener, sicherer auf der Welt, in diesem Universum, in der Menschheit fühlen. Irgendwie ganzheitlicher: ich mit mir und mit meiner Umgebung, der Natur, dem Planeten. Behüteter, beschützter als ich es bisher getan habe, während ich in einigen Winkeln meines Unbewussten immer noch von den schlimmsten Dingen ausgehe (oder bald: ausgegangen bin), die eintreten könnten.

Meine Ur-Ängste rufen gewisse Reaktionen in meinem Handeln, meinen Gedanken und auch in meinem Körper hervor. Dies geschieht völlig automatisch und unbewusst. Neue Erlebnisse und Erfahrungen werden von meinem Gedächtnis geprüft, ob ich ähnliches bereits einmal erlebt habe und welche Reaktionen mir damals geholfen haben. Meinem Gehirn ist es hierbei leider völlig egal, ob ich gerade einer realen Gefahr ausgesetzt bin oder ob ich mir nur ausmale, dass dies oder jenes eintreten könnte. Die körperlichen und emotionalen Reaktionen, die mein Gehirn in Gang setzt, sehen leider genau gleich aus. Und leider sind die negativen Erinnerungen inklusive kurzfristig einsetzender körperlicher/emotionaler Reaktionen viel zügiger abrufbar, als meine positiven, ungefährlichen, fröhlichen Erinnerungen.

Diese Form der Konditionierung hat unseren Vorfahren vor zig Jahren mal das Überleben gesichert. Damals war es einfach überlebenswichtig in Sekundenbruchteilen zu reagieren, wenn ein Säbelzahntiger vor einem stand. Da ist es völlig naheliegend, dass lebensbedrohliche und angstbesetzte Situationen viel, viel, VIEL stärker in unser Gedächtnis eingebrannt werden, als all die schönen, harmonischen, glücklichen, freien Momente. Und dass sie viel schneller abrufbereit parat stehen. Einfach, weil diese Reaktionen auf angstbesetzte Situationen mal sehr wichtig für das Überleben von uns Menschen waren.

Nicht jeder Mensch reagiert heute so (über-)ängstlich und bewertet viele Situationen erst einmal von der negativ ausgehenden Sichtweise her. Doch gerade Menschen, die bereits bestimmte Situationen durchlebt und damit überlebt haben, speichern die damit verbundenen auslösenden Reize und die dazugehörigen Lösungsstrategien leichter abrufbar ab. Sowohl auf der emotionalen Schiene, als auch auf der körperlichen.

So spanne ich z. B. schneller meine gesamten Muskeln im ganzen Körper an als es der Großteil der Bevölkerung tut. Ich rutsche eher in negative Gedankenschleifen hinein und male mir das schlimmstmögliche so deutlich aus, dass ich es auch körperlich spüren kann. Mein Herz erhöht seinen Herzschlag und mein Adrenalinpegel steigt ebenfalls an. Einfach nur schon mal präventiv bei bestimmten Momenten, die gewisse Reizauslöser beinhalten.

Und genau aus diesen Gründen habe ich nun das Wort „Sicherheit“ ebenfalls zu meinem 2020 hinzugefügt.

Ich möchte mich sicher und frei fühlen!

Freiheit & Sicherheit

Frauke hat Freiheit & Sicherheit auf einem großen Blattpapier in bunten Farben geschrieben.

Zwei kleine Wörter, die bei mir eine sehr große Bedeutung haben. An die ich Erinnerungen, aber auch Hoffnungen und Wünsche knüpfe.

Ich möchte innerlich gefestigter, ruhiger, verbundener, freier, losgelöster, unbeschwerter, ganzheitlicher werden.

(Das mag widersprüchlich klingen: freier und gleichzeitig verbundener. Ich hoffe, im gesamten Textkontext wird klar, was ich damit meine?!)

Und damit dieser sehr lang gewordene Text nun auch einen Bezug zu seinem Anfang bekommt: ich möchte meinen bisherigen Konditionierungen zu den Wörtern „Freiheit“ und „Sicherheit“ eine positive, neue Grund-Ausrichtung geben und dann schauen, was das mit mir und meinem Leben macht.

Herzlich willkommen, ihr zwei!

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