Ich baue mir aus meinem Citroen C1 einen Microcamper – die erste Probenacht

Kennt ihr Microcamper? Das sind ganz normale PKW, die einfach wie ein Camper genutzt werden. Meist nehmen die Besitzer noch ein paar Einbauten und oder Veränderungen vor, damit es wohnlicher und bequemer wird. Und genau das mache ich zur Zeit mit meinem Citroen C1!

Eigentlich wollte ich hier als erstes darüber schreiben, was ich genau wie einbaue und anschaffe um mein kleines Auto als Microcamper zu nutzen. Doch ich drehe die eigentlich logische Reihenfolge etwas um: ich berichte erst über die gerade stattgefundene Probenacht und dann bald über meine Umbauten. Warum? Weil ich heute Nacht noch ein paar optimierungsbedürftige Punkte bemerkt habe, die ich nun in der kommenden Zeit anpacken werde. Doch ohne so einen Realitätscheck live und in echt auf einem Wohnmobil-Stellplatz hätte ich diese Dinge nicht bemerkt. Und erst einen Beitrag über meine Umbauten zu schreiben, dann über die Probenacht und dann über die Verbessserungen? Nee, das erscheint mir irgendwie zu kompliziert.

Deshalb zäumen wir das Pferd nun von hinten auf und ich berichte euch von meiner ersten Probenacht. Die war mir total wichtig um zu sehen, ob meine Idee, aus meinem kleinen Citroen C1 einen Microcamper zu machen, total bescheuert oder machbar ist. In der Realität können gedankliche Pläne ja meist doch etwas anders aussehen.

Gerade bei einem so kleinen Auto ist der Platz sehr eingeschränkt und ich musste ordentlich tüfteln um auf eine Liegefläche zu kommen, auf der ich mit 1,63 m ausgestreckt schlafen kann.

Wenn ich mich diagonal da drauf lege (also Füße links unten am Kofferraumfenster und Kopf rechts oben hinterm Beifahrersitz) passt es! Mina liegt dann rechts in der Ecke und hat auch noch ausreichend Schlafplatz.

Doch mal ehrlich: die Kopffreiheit ist sehr eingeschränkt und auch die Gepäckunterbringungsmöglichkeiten sind extrem beschränkt. Reinkrabbeln geht noch ganz gut, raus ist schon etwas schwieriger. Wenn ich im Schneidersitz sitze und den Kopf einziehe, kann ich immerhin für eine begrenzte Zeit sitzen. Aufrecht ist leider ein Ding der Unmöglichkeit.

Als Anfang letzter Woche endlich meine Profil-Schaumstoff-Matratze geliefert wurde, beschloss ich mit Blick in die Wetter-App am Sonntag (also gestern) zu einer Probenacht aufzubrechen. Es sollte sonnig und knapp unter 10 Grad werden. Und wie sollte es anders sein? Im Laufe der Woche wurde die Prognose immer schlechter… Zeitweise sah ich sogar eine kleine Schneeflocke am Montagmorgen. Die ist zwar irgendwann wieder verschwunden, aber es sollte eher Nieselregen bis Bewölkung geben und das Ganze bei um die 0 Grad…

Ideale Startbedingungen also um meinen Microcamper zu testen…

Ein Hoch auf die Wetter-Apps: hin und wieder irren sie sich ja! Es gab keinen Nieselregen, sondern sogar etwas Sonne! Aber die Temperaturen waren leider wirklich knapp über 0 Grad…

Doch Mina und mich stört das ja nur bedingt, solange wir nicht frieren. Und so packte ich unsere Schlafsäcke, diverse Decken und Minas Hundeschlafanzug ein. Der reflektiert die Körperwärme nach innen und verhindert so eine gewisse Zeit eine Auskühlung. Leider passt die Größe nicht soooo exakt. Da muss ich die Tage nochmal mit der Nähmaschine ran, damit die kleine Maus dadrin nicht verschwindet… Doch die Funktion hat funktioniert: sie hat nachts nicht gefroren!

Wir zwei fuhren auf einen Wohnmobilstellplatz bei Schermbeck. Ja, so ein richtiges Wohnmobil habe ich nicht und ich weiß aus Facebook-Microcamper-Gruppen, dass es durchaus nicht immer gern gesehen ist, wenn man mit seinem Microcamper auf einen Wohnmobilstellplatz fährt. Weil: Wohnmobile können nicht überall stehen, weil sie so groß sind. Microcamper wegen der kleinen Größe finden eher mal irgendwo einen Platz. Außerdem haben Wohnmobile Klos integriert, Microcamper meistens nicht. Doch es ist Nebensaison und der Platz hatte Klos.

Die Besitzer waren super nett als ich mich in der dazugehörigen Gaststätte meldete um die Übernachtung zu bezahlen. Die Klos waren wegen Frostgefahr zwar außer Betrieb, aber ich durfte die im Lokal nutzen. Und so stellte ich mich frohen Mutes auf den Wohnmobilstellplatz und baute meinen Microcamper in den Übernachtungsmodus.

Mina war das anfangs nicht geheuer. Es war ja auch ihre erste Nacht in dem Auto. Klar, mitfahren tut sie seit Jahren auf der Rückbank, aber die musste aus Platzgründen erst einmal weichen, damit die Liegefläche rein konnte. Doch mit ihrer Schleppleine erkundete sie neugierig die Wiese und beobachtete die angrenzende Pferdekoppel. Als plötzlich ein neugieriger Pferdekopf um die Ecke kam, schauten wir beide trotzdem etwas verdattert. Später erweiterte sich das auf vier Pferde, die auch zweimal imposanter Weise über die Koppel galoppierten.

Nachdem ich den Beifahrersitz nach ganz vorne gezogen, die Rückenlehne nach ganz vorne gestellt hatte, rollte ich meine Profil-Schaumstoff-Matratze aus und holte meinen Schlafsacke aus seinem Beutel. Die von mir genähten Verdunkelungsvorhänge mitsamt Magneten waren schnell angebracht. Die Solarlampe „Little Sun“ befestigte ich an einem magnetischen Haken, der auch einen der Vorhänge hält. Die seitlich-hinteren Verdunkelungen aus einer alten Isomatte hatte ich bereits zuhause befestigt.

Für Mina holte ich eine alte Iso-Auto-Abdeckung raus, legte ein Stück der zerschnittenen Isomatte dadrauf und eine Kuscheldecke aus dem Wohnzimmer. So konnte sie draußen schön neben mir sitzen, ohne dass ihr Hintern abfriert.

Für mich holte ich einen kleinen Campingtisch und einen kleinen Hocker aus dem Anglerbedarf aus meinem Microcamper. Und so kochte ich unser Essen: für mich gab es Spaghetti mit Pesto und für Mina eine Portion balf.

Später war ich noch in der Gaststätte, die zum Wohnmobilstellplatz gehört. Innendrin ist es sehr nett urig. Es gab sogar einen Veggie-Burger mit Pommes, der sehr gut schmeckte!

Ich hatte gelesen, dass es im Ortsteil ein Kneippbecken geben soll. Da ich kneippen ja LIEBE, machten Mina und ich uns auf den Weg dorthin. Einmal durch den Ortskern von Schermbeck-Gahlen, über den Wesel-Datteln-Kanal hinweg und weiter in Richtung Fußballplatz. Gegenüber eines Wildgeheges lag das Kneippbecken. Nun gut, es wird wahrscheinlich niemanden außer mich überraschen, dass das Kneippbecken bei den derzeitigen Temperaturen kein Wasser hatte… Ich war ernsthaft überrascht… Aber okay, mit etwas nachdenken ist es doch irgendwie logisch…

So gingen wir also zurück zum Kanal und spazierten auf der einen Kanalseite bis zur nächsten Brücke und auf der anderen Kanalseite wieder zurück.

Bis wir zurück am Auto waren, wurde es auch langsam dunkel. Und so kuschelten wir uns in unseren Schlafsäcken ein. Ich versuchte es erst noch mit lesen, aber da froren mir meine Hände zu schnell ein. Deshalb startete ich meinen extra erworbenen kleinen Lautsprecherwürfel mit einem Hörbuch. Mina schlummerte an ihr derzeitiges Lieblingskuscheltier geschmiegt binnen kürzester Zeit ein. Während der Nacht fühlte ich immer wieder, ob sie auch noch warm genug ist. Dank Schlafanzug und Schlafsack war sie es!

(Mein Notfallgedanke für zu kalte Temperaturen wäre gewesen, sie erst mit in meinen Schlafsack zu nehmen (falls sie das überhaupt mitgemacht hätte) oder letztendlich nachts nach Hause zu fahren. Für gewöhnlich campe ich ja nicht bei solchen Temperaturen und ich möchte nicht, dass Mina unter meinen Ideen zu leiden hat.)

Irgendwann nachts scheint sich unbemerkt von uns doch noch ein Wohnmobil mit auf den Platz geschlichen zu haben. Als wir morgens aufstanden, schauten wir etwas verdattert auf das große, weiße Gefährt.

Nach einer Hunderunde setzten wir uns mit Blick auf die neblige Pferdekoppel vor unseren Microcamper. Mina hatte leider nicht so großen Hunger und durfte deshalb bald wieder ins kuschelige Auto. Ich wollte mir einen Kaffee und einen Haferbrei mit Apfel kochen. Doch der Inhalt meiner Gaskartusche neigte sich dem Ende zu… So kochte ich auf sehr kleiner Flamme mit sehr viel Zeit ganz langsam erst den Haferbrei und dann mit sehr viel Hoffen und Bangen wirklich noch meinen Kaffee. Bei knapp über 0 Grad tat das sehr gut! Ich hatte zwischendurch schon mit dem Gedanken gespielt, beim Wohnmobil zu klopfen und zu fragen, ob ich deren Kochstelle nutzen dürfe. Aber so ohne sich schon mal gesehen und begrüßt zu haben, war mir das dann doch zu peinlich…

Als ich aufgegessen hatte, war es immer noch sehr neblig. Das diesig-gedämpfte Licht tauchte die Welt in ein faszinierendes Zwielicht. Mit etwas Wehmut, aber kalten Füßen, packte ich dann meine sieben Sachen wieder zusammen. Das Kondenswasser war gerade an den Fenstern sehr stark, dementsprechend feucht wurden die Verdunkelungen. Bevor wir losfahren konnten, musste ich die Frontscheibe erst einmal trocken wischen.

Auf dem Weg Richtung zuhause habe ich dann direkt noch einen Zwischenstopp eingelegt. Ich habe die leere Gaskartusche abgegeben. Leider war keine neue vorrätig, weil die Saison erst im März los geht. Doch ich habe mir dann direkt noch eine Isomatte mit Alubeschichtung mitgenommen, die mir mehrfach empfohlen worden war. Die lasse ich nun ein paar Tage mit Beschwerung gerade liegen, damit sie sich ausrollt, und schneide sie dann auf die Maße der hinteren Seitenfenster zurecht. Ich hoffe, die Matte hält besser, als meine alte, zerschnittene Isomatte. Sie soll wohl den Vorteil haben, dass sie dank der Alubeschichtung auch die Temperatur im Auto etwas mitreguliert.

Zuhause angekommen freute sich Mina sehr endlich wieder auf ihr Sofa zu können 😉 Ich habe alle Sachen ausgepackt und alle durch Kondenswasser nass gewordenen Teile zum Trocknen ausgebreitet.

Die Tage setze ich mich also an die Optimierungssachen und berichte euch dann von den genauen Microcamper-Ausbau-Details!

Wenn ihr mir in der Zwischenzeit ein bißchen über die Schulter schauen wollt, kommt mal bei Instagram bei mir vorbei! Alle bisherigen Storys zum Microcamper habe ich dort im Profil in den Highlights gespeichert. Und alle weiteren Storys findet ihr später auch dort!

[Alle aufgeführten und verlinkten Produkte sowie der Wohnmobilstellplatz sind selbstgekauft/selbstbezahlt. Es gibt keinerlei Absprachen zur Nennung, Verlinkung oder ähnlichem!]

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