Mina und die Leishmaniose – oder auch: Warum es hier so lange so still war…

Minas Leishmaniose-Diagnose liegt nun 3 Jahre zurück. Damals hätte ihr die spät startende Behandlung fast das Leben gekostet. Zu aktiv war die Mittelmeerkrankheit damals, zu spät waren die Symptome bei ihr sichtbar. Seitdem achte ich auf mögliche Symptome, lasse regelmäßig das Blut kontrollieren und gebe ihr permanent ein Medikament (Allopurinol), das die Parasiten eindämmen soll. Doch manchmal reicht das nicht…

Mina (blonder Hund) steht in einem eisigen Wald. Einige bunte Blätter liegen auf dem Boden.

Hinter uns liegen einige harte Wochen. Im Spätsommer fing Mina hinten rechts an zu humpeln. Nun gut, vertreten oder eine kleine Reizung im Gelenk. Vielleicht eine Arthrose. Die Behandlung schlug nicht an. Sie humpelte weiter, sobald sie sich mehr bewegte. Die Ärztin war ratlos.

Bis sie verdickte Lymphknoten entdeckte und vorsichtshalber einen Bluttest auf Leishmaniose anordnete. Der brachte Gewissheit. Mina hat einen akuten Leishmaniose-Schub. Wir verdoppelten die eh tägliche Tablettendosis. Das Humpeln ließ nach und verschwand! Aufatmen war angesagt!

Mina (blonder Hund) steht in einem bunten Herbstwald und blickt direkt in die Kamera.

Doch dann kam eine Blasenentzündung. Anfangs waren Bakterien nachweisbar. Das Antibiotika half genau einen Tag. Dann waren alle Symptome wieder da und verschlimmerten sich von Tag zu Tag. Obwohl keine Bakterien mehr im Urin nachweisbar waren.

(Wenn ihr euch nun fragt, wie man bei einem Hund eine Pipi-Probe nimmt: man sucht sich eine möglichst flache Schüssel und ein Schraubglas. Und dann steht man sprungbereit hinter der Hündin, sobald diese sich hinhockt (Mädels pressen meist das Hinterteil auf den Boden) und platziert die flache Schüssel möglichst rechtzeitig, zielgenau und unauffällig ohne die Hündin zu stören. Das so aufgefangene Pipi kommt dann ins Schraubglas.)

Zum Schluss hat Mina extrem viel getrunken. Sie hat alle ein bis drei Stunden Pipi gemacht. Tag und Nacht. Wenn wir es nicht rechtzeitig bemerkt haben oder zügig genug rauskamen, gab es Pipi-Unfälle. Die Waschmaschine lief täglich. (Hundewindeln haben wir probiert, aber die Pipi-Menge war zu groß.)

Das ging nun über mehrere Wochen so. Die Ärztin tippte auf den evtl. immer noch aktiven Leishmaniose-Schub. Das Blutbild brachte Gewissheit. Eine sehr aktive Leishmaniose. Ob die nun wirklich ursächlich für das viele Trinken und Pinkeln sei, puh, das ließe sich nicht mit 100 %iger Sicherheit sagen. Evtl. könnte auch eine Nierenschädigung vorliegen oder das oder jenes. Ob das jemals wieder komplett wegginge, wisse man auch nicht. Wir könnten noch dies und das hier ausprobieren. Und vielleicht könnte jenes helfen. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Die Tablettenmenge wuchs an.

Mittlerweile waren sowohl sie, als auch ich völlig übermüdet. Mina musste schließlich alle ein bis drei Stunden raus. Tag und Nacht.

Als sich so gar nichts tat und null Besserung in Sicht war, entschloss ich mich dazu, es nochmal mit dem krassen Medikament von kurz nach der Diagnose vor drei Jahren zu probieren. Zum Glück hat eine Tierklinik in Duisburg das vorrätig gehabt.

Mina (blonder Hund) steht in einem eisigen Wald. Einige bunte Blätter liegen auf dem Boden.

Doch das Medikament (Milteforan) ist krass, es geht über 28 Tage und man muss beim Verabreichen Handschuhe tragen.

Mina verlor den Appetit. Ihr wurde übel. Sie nahm ab. Manchmal taten ihr die Knochen oder Muskeln weh, was ich an ihren Bewegungen erkannte. Doch das Essen war das Schwierigste. Zeitweise ging außer ganz bestimmten Leckerchen gar nichts mehr. Doch das Medikament darf nicht nüchtern genommen werden. Eigentlich muss man es unters Essen rühren. Ein Ding der Unmöglichkeit, dann wurde das Essen erst recht nicht mehr angerührt. Selbst Käse, ihr ABSOLUTES Lieblingsessen, bekam sie nicht mehr runter.

Plötzlich standen so Möglichkeiten wie „Leishmaniose-Endstadium“ im Raum.

Und die Symptome blieben, trotz der fortschreitenden Medikamentengabe. Weiterhin viel Durst und alle ein bis drei Stunden pinkeln.

Und dann vor etwa 1,5 Wochen waren die Symptome plötzlich weg. Mina hatte wieder normalen Durst! Die Pipi-Abstände normalisierten sich. Doch hin und wieder verlor sie noch ein paar unbeabsichtigte Tropfen.

Mina (blonder Hund) steht in einem eisigen Wald.

Mittlerweile ist das krasse Medikament zu Ende gegeben. Gegen das Tröpfeln bekommt sie (wahrscheinlich vorläufig) Tabletten gegen Inkontinenz. Minas Essverhalten normalisiert sich! Sie nimmt rasant zu und sprüht vor Lebensfreude.

Letzte Woche stand nun die Blutkontrolle an. So toll, wie Mina drauf war, musste es eine Besserung gegeben haben! Doch zwei Tage später kam der ernüchternde Anruf. Die Blutergebnisse sehen immer noch scheiße aus und passen so gar nicht zu der quietschfiedelen Hündin, die gerade beim Tippen neben mir liegt.

Das Hoffen und Bangen geht also weiter.

Eine genaue Prognose gab es die ganze Zeit schon nicht. Momentan warten wir noch auf weitere Infos zur weiteren Behandlung.

Klar ist bisher nur, dass Mina nie wieder so belastbar sein wird wie bisher.

Mina (blonder Hund) geht durch gefrorenes Gras.

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass sie den Schub überlebt. Ich hoffe, das Gefühl trügt mich nicht.

Drückt bitte alle Daumen, dass es bald dauerhaft aufwärts geht…

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Was für schlimme Wochen liegen hinter Mina und dir. Ihr habt so hart gekämpft und ich kann mir vorstellen, wie sehr dich Minas Leishmaniose und ihr Gesundheitszustand belastet. Können die Blutwerte direkt nach der Gabe von Milteforan schon deutlich besser sein? Es ist doch ein so starkes Medikament, muss der Körper das nicht erstmal verdauen? So würde ich als Laie zumindest denken. Was sagt denn die EEP?

    Ich drücke euch und natürlich weiterhin die Daumen.

    Viele Grüße
    Silvana

    • Liebe Silvana!
      Das könnte wirklich sein. Vielleicht war der Testabstand zu kurz. Meine Tierärztin hält nun Rücksprache mit der Tierklinik, wo wir auch das Milteforan her haben, da sie sich unsicher ist.
      Die EEP sieht so gut wie deckungsgleich aus zu der vor der Milteforan-Gabe…
      Ganz lieben Dank fürs Daumen drücken!
      Liebe Grüße, Frauke

  2. Liebe Frauke, ich leide und hoffe mit Dir. Was ist das doch für eine schlimme Zeit für Dich und Mina und dann auch schon sooo lange!
    Ihr wünschen wir gute Besserung und Dir in diesem Zusammenhang ruhige Nächte (und natürlich auch Tage!)
    LG Ingrid
    PS: Danke für Deine Mail

    • Liebe Ingrid,
      lieben Dank für deine Worte und fürs Daumen drücken!
      Mina wirkt zur Zeit wieder sehr fit und lebensfreudig 🙂
      Nun müssen „nur“ noch die Blutwerte besser werden…
      Liebe Grüße, Frauke

  3. Liebe Frauke! Ich kenne das nur zu gut, wie es ist, ein krankes Tier zu haben und sich aufopferungsvoll zu kümmern. Gerade wenn es um einen längeren Zeitraum geht, muss man aufpassen dass man sich selbst nicht vernachlässigt. Ich hatte jahrelang mit meinem Kaninchen mitgelitten wegen immer wieder kehrender Blasensteine. Musste mir auch so einiges anhören wie: ich füttere falsch etc. Dabei war mein Gefühl ein ganz anderes. Was mir dann eine sehr gute engagierte Tierärztin (die wir leider erst zum Schluss gefunden hatten) bestätigte. Es lag an einer unheilbaren und kaum zu behandelnden Stoffwechselstörung. Und so entschied ich (mit etwas leichterem Herzen und in der Gewissheit, alles getan zu haben) mein geliebtes Kaninchen gehen zu lassen. Anstatt es ein drittes Mal aufschneiden zu lassen. Es war trotzdem eine schwere Entscheidung und ich wünsche das keinem Tierhalter, einmal vor dieser Entscheidung stehen zu müssen. Was Mina angeht und dein positives Gefühl, halte daran fest, denn das Bauchgefühl ist meist das richtige. Bei Bluttests gibt es auch positiv falsche Ergebnisse bzw. sind auch durch Medikamenteneinnahme verfälschte Ergebnisse möglich. Aus naturheilkundlicher Sicht gesehen ist das ständige Pinkeln ein gutes Zeichen, das bezeugt dass der Körper aktiv die Krankheitserreger ausscheiden bzw. heraus spülen will, eine Art innere Reinigung. Daher sollten Ausscheidungsprozesse sollten nicht unterdrückt werden. Natürlich nicht ohne für genügend Ausgleich durch trinken zu sorgen. Da Hühnerbrühe bei geschwächten Menschen gut hilft, wäre das für Mina eventuell auch eine Möglichkeit? Gerade in Zeiten wo sie das fressen verweigert, das trinken jedoch geht? Zusätzliche Vitamingaben sind sicherlich auch nicht verkehrt, wenn man bedenkt wie viel Flüssigkeit sie schon „ausgeschwemmt“ hat. Und zu guter Letzt, auch wenn Tierärzte ratlos sind, kann man immer noch den Weg der Naturheilkunde und Homöopathie probieren (was bei meinen Kaninchen bei einigen Krankheiten oder Unpässlichkeiten oft besser geholfen hat als der Arzt). Ich drücke dir und Mina ganz doll die Daumen und würde mich über ein späteres Update freuen.
    Liebe Grüße, Jana

    • Liebe Jana,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.
      Die Geschichte mit deinem Kaninchen klingt wirklich sehr belastend. Wie gut, dass du irgendwann eine Tierärztin gefunden hast, die das richtig diagnostizierte und du dein Kaninchen in Ruhe gehen lassen konntest!
      Ich weiß von meinen Meerschweinchen, wie schwer die letzte Entscheidung ist, wo man aussprechen muss, dass das geliebte Tier eingeschläfert werden soll… Bei jedem Tier, das so gestorben ist, war ich dabei und habe es möglichst lange in Händen gehalten, damit es nicht alleine stirbt.
      Mina trinkt zum Glück ausreichend. Ich hatte ihr extra auch eine Brühe aus Knochen gekocht. Aber die hat sie verweigert zu trinken. Seit sie wieder normal frisst, bekommt sie von mir auch Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung. Dazu natürlich auch Leinöl etc.
      Über Heilpraktiker hatte ich auch nachgedacht, aber ehrlich gesagt, ist irgendwo mein Geld zu ende. Die Tierarztkosten plus Medikamente der letzten Wochen waren extrem teuer. Nun möchte ich erst einmal abwarten. Mina geht es augenscheinlich gut. Sie wirkt topfit und sehr quierlig!
      Dankeschön fürs weitere Daumendrücken
      Liebe Grüße, Frauke

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.