Was ist Resilienz und was ist ein Resilienzkurs bzw. -training? Eure Fragen, meine Antworten!

Vor kurzem habe ich euch davon erzählt, dass ich ab dem 21. Oktober 2019 meinen ersten Resilienzkurs RASMUS hier im Ruhrgebiet anbieten werde. Im Nachgang haben mich einige Fragen per Email und über meine Social-Media-Kanäle erreicht. Bei meiner gestrigen Info-Veranstaltung kamen noch ein paar Fragen hinzu. Nun möchte ich diese gerne gebündelt für alle Leser*innen beantworten!

Frauke Gonsior steht neben einem Flipchartständer. Auf dem obersten Blatt steht "Resilientraining RASMUS". Direkt darunter ist ein Banner aufgemalt auf dem steht "Herzlich willkommen". In der rechten Ecke darunter ist eine rosafarbene Strichfigur aufgezeichnet, die ein Schwert erhoben hält und mit der anderen ein Schild mit einem "R" hochhält.

Ich habe eure Fragen in den letzten Tagen gesammelt und diese in thematische Einheiten zusammengefasst um sie so zusammenhängend zu beantworten:

Woher kommt der Begriff „Resilienz“?

Eigentlich kommt der Begriff aus der Physik. Hier bezeichnet man einen Gegenstand, den man verformt und der dann unbeschadet in seinen Ursprungszustand zurückkehrt, als resilient.

In der Psychologie bezeichnet man Menschen als „resilient“, die eine belastende Situation oder Krise ohne bleibende Beeinträchtigungen überstehen und evtl. sogar gestärkt daraus hervor gehen. Während einige Menschen an einer Situation zerbrechen, erleben andere Menschen eine ähnliche Situation und gehen unbeschadet daraus hervor.

Erst einmal klingt das so, als wenn Menschen einfach unterschiedlich sind und deshalb unterschiedlich auf Belastungen und Gegebenheiten reagieren. Aber genau hier setzt ein Resilienzkurs an, denn Resilienz ist trainierbar! Doch wie genau kam man darauf, was Resilienz für Auswirkungen haben kann und dass sie evtl. veränderbar, sprich trainierbar, ist?

Mitte des letzten Jahrhunderts erforschten z. B. die Psychologin Emmy Werner und ihr Team die Resilienz von Kindern. Hierfür untersuchten sie eine große Gruppe von Kindern auf einer Hawai-Insel und beobachteten sie 40 Jahre lang. Einige dieser Kinder wuchsen unter schwierigen sozialen Bedingungen auf (Armut, Gewalt, Krankheit oder Drogenabhängigkeit der Eltern…). Das zentralste oder überraschenste Ergebnis der Studie war, dass sich etwa 1/3 dieser Kinder dennoch sehr positiv entwickelte und zu stabilen, sozial integrierten Erwachsenen heranwuchs. Bei diesen „resilienten“ Kindern wurde weitergeschaut, warum sie so widerstandsfähig heranwuchsen. U. a. auf Grundlage dieser großen Forschungsarbeit entstanden in den letzten Jahrzehnten verschiedene andere Studien, z. B. wie sich Resilienz entwickelt und ob sie sich im Laufe des Lebens verändern kann.

Daraus ableitend entstanden verschiedene Modelle zur Resilienz. Am meisten haben sich die sog. „7 Säulen der Resilienz“ verbreitet. Hierbei stehen die „Säulen“ symbolisch für 7 verschiedene Bereiche, in denen die psychische Widerstandskraft eines Menschen durch regelmäßiges Training gestärkt werden kann.

Die 7 Säulen sind: Akzeptanz, Verantwortungsübernahme, Optimismus, Lösungsorientierung, Zukunftsorientierung, Rollenklarheit und Netzwerkorientierung.

Die Besonderheit am Resilienztraining RASMUS ist schon im Namen erkennbar. RASMUS steht für „Resilienz durch Achtsamkeit, Selbst-Mitgefühl und Selbstfürsorge“. Die klassischen 7 Resilienzsäulen sind durch die Erfahrungsexperten, die das Programm RASMUS entwickelt haben, um eine weitere Säule ergänzt worden: Achtsamkeit und (Selbst-)Mitgefühl! Durch Achtsamkeitsübungen und Übungen im Selbstmitgefühl trainieren wir in dem 10-wöchigen Resilienzkurs achtsamer im Hier und Jetzt zu sein und liebevoller mit uns selbst umzugehen. Beides empfinde ich als sehr wichtig um stabiler durch den Alltag zu gehen!

Für wen sind die Resilienz-Übungen gedacht? Wer ist die Zielgruppe? Gibt es Einschränkungen (körperlich/psychisch), sodass ich mich besser nicht anmelde?

Das Resilienztraining ist erst einmal für jede*n gedacht, der*die präventiv seine psychische Widerstandskraft trainieren möchte.

Entscheidend ist hierbei das „präventiv“. Das Resilienztraining ist so ausgelegt, dass wir uns mit den 7 bzw. 8 Säulen der Resilienz auseinander setzen und diese üben, bevor eine belastende Situation oder Krise eintritt. Das ist vergleichbar mit einem Marathonläufer. Der läuft ja auch nicht einfach einen Marathon und trainiert währenddessen seine Lauffähigkeiten. Stattdessen trainiert er Monate vorher um dann mit dieser Ausgangsbasis zum Marathon anzutreten.

Wichtig ist, dass das Resilienztraining keine Therapie ersetzt! Bei akuten psychischen Problemen wendet euch bitte an professionelle Fachleute, z. b. an eine*n Therapeut*in, Ärzt*in oder Akutklinik. Ihr könnt euch auch jederzeit kostenfrei (innerhalb Deutschlands) an die Telefonseelsorge wenden! Unter den Telefonnummern 0800-1110111 und 0800-1110222 sind sie rund um die Uhr erreichbar!

Wie sehen die Übungen in etwa aus? Gibt es für unterschiedliche „Themen“ unterschiedliche Übungen? Kann ich Übungen selbst durchführen, wenn ich im Alltag bin?

Wir bearbeiten in dem 10-wöchigen Kurs insgesamt 8 Themenblöcke. Diese setzen sich aus den oben beschriebenen 8 Säulen der Resilienz zusammen (Achtsamkeit und (Selbst-)Mitgefühl, Akzeptanz, Verantwortungsübernahme, Optimismus, Lösungsorientierung, Zukunftsorientierung, Rollenklarheit und Netzwerkorientierung).

Frauke Gonsior steht neben einem Flipchartständer. Auf dem aufgeschlagenen Papierbogen ist von links unten nach rechts oben ein geschlängelter Weg aufgezeichnet. Links unten steht "Star". Dann folgen die Punkte entlang des Weges 1) Ankommen, 2) Achtsamkeit und Selbstmitgefühl, 3) Akzeptanz (auf dieses Wort zeigt Frauke Gonsior mit dem Zeigefinger), 4) Optimismus, 5) Verantwortungsübernahme, 6) Lösungsorientierung, 7) Zukunftsorientierung, 8) Rollenklarheit, 9) Netzwerkorientierung und 10) Abschluss. Hier ist auch ein Zielschild aufgemalt.

In der ersten Woche lernen wir uns kennen, besprechen unsere Vorerfahrungen und Erwartungen. In der 10. Woche widmen wir uns dem Rückblick (was haben wir gelernt, was nehmen wir mit, was war einfach, was etwas schwieriger). Dazwischen nehmen wir uns jede Woche eine der Resilienzsäulen vor und erarbeiten diese gemeinsam. Hierzu bearbeiten wir jeweils passende Übungen in Einzel- oder Gruppenübungen und tauschen uns hierüber aus.

Außerdem nehmen wir uns zum Ende jeder wöchentlichen Kurseinheit 5 Minuten Zeit, um die Stunde zu reflektieren und uns zu überlegen, wie der Transfer in den Alltag in den nächsten 7 Tagen geschehen kann.

Werde ich durch die Übungen nicht noch mehr an meine „Probleme“ erinnert?

Das kann durchaus passieren, da wir durch die Erarbeitung der Themengebiete und die Übungen ja auf Verhaltensmuster und Glaubenssätze stoßen. Hierbei ist wichtig, dass alles freiwillig ist und die Übungen lediglich Angebote darstellen! Niemand muss etwas mitmachen, was er*sie nicht möchte! Da ich die Kursteilnehmer*innen und ihre einzelnen Vorgeschichten natürlich vorher nicht kenne, muss jede*r ausreichend für sich selbst sorgen!

[Auch hier noch einmal der Hinweis: Der Resilienzkurs stellt ein präventives Training dar und ersetzt keine Therapie! Bei akuten psychischen Problemen wendet euch bitte an professionelle Fachleute, z. b. an eine*n Therapeut*in, Ärzt*in oder Akutklinik. Ihr könnt euch auch jederzeit kostenfrei (innerhalb Deutschlands) an die Telefonseelsorge wenden! Unter den Telefonnummern 0800-1110111 und 0800-1110222 sind sie rund um die Uhr erreichbar!]

Bietest du auch einen Tages- oder Wochenendkurs an?

Nein, das plane ich derzeit nicht. Erst einmal möchte ich den 10-wöchigen Kurs anbieten um so den Teilnehmer*innen über einen längeren Zeitraum die Gelegenheit zu geben, die einzelnen Säulen der Resilienz zu trainieren. Langfristig kann ich mir einen komprimierten Tagesworkshop oder ein Wochenendseminar sehr gut vorstellen!

Am Dienstag, dem 8. Oktober 2019, halte ich um 20 Uhr einen Impulsvortrag zum Thema Resilienz im Alltag. Das ganze findet statt in den Räumlichkeiten von Frau Lose, dem neuen Unverpacktladen in Dortmund! Ab 19:30 Uhr ist ankommen und 20 Uhr starte ich mit meinem etwa einstündigen Impulsvortrag. Am Ende des Abends geht ein Hut rum und jede*r gibt so viel er*sie kann oder möchte!

Frauke Gonsior steht neben einem Flipchartständer und zeigt auf den unteren Bereich. 
Der Papierbogen ist übertitelt mit "Resilienz?"
Dann steht dort die Figur mit dem Schwert und dem Schild. Dort neben steht Resilienz Pfeil seelische Wiederstandskraft. zweiter Pfeil vom Wort Resilienz auf Immunsystem der Seele. Darunter ist ein zweiter Themenblock. Links ist eine Figur die eine Langhantel stemmt. Daneben steht. Resilienztraining Pfeil Fähigkeit trainieren Belastungssituationen /Krisen zu bewältigen. Drei Pfeile nach unten. 1) achtsamen, liebevollen Umgang mit sich selbst lernen, 2) Bewusstsein für die wichtigsten Säulen der Resilienz, 3) eigene Ressorcen zur Emotionsregulierung & Selbstfürsorge stärken. Hiervon geht jeweils ein Pfeil auf "Bewältigung von Krisen & evtl. gestärkt daraus hervorgehen".

Habt ihr weitere Fragen?

Wenn ihr noch weitere Fragen habt, die hier gerade nicht gestellt bzw. beantwortet wurden, schreibt sie mir gerne unten in die Kommentare!

Ich freue mich auf eure Anmeldungen!

Meldet euch sehr gerne zu meinem Resilienzkurs RASMUS an, der ab dem 21. Oktober 2019 startet! Hier noch einmal die Kursdetails:

Ort: BARKE gGmbH, Elper Weg 7, 45657 Recklinghausen (teils barrierefreier Zugang)

Zeitraum: ab dem 21. Oktober 2019, 10 x montags, 17:30 – 19:00 Uhr
(21.10., 28.10., 11.11., 18.11., 25.11., 02.12., 09.12., 16.12., 30.12.19, 06.01.20)

Dauer: jeweils 1,5 Stunden

Kosten: 160 € (inkl. Teilnehmerhandbuch)

Schreibt mir einfach mit euren Kontaktdaten an meine Email-Adresse um euch verbindlich für den Resilienzkurs RASMUS anzumelden: hallo@fraeuleinswunderbarewelt.de

Ich freue mich schon sehr auf den Resilienzkurs!

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Frauke, sehr schön gestaltet und bestens erklärt!
    Schreib mir doch bitte später mal per Mail, wie die Resonanz (gewesen) ist.
    Ich finde es großartig, was Du da anbietest und drücke Dir die Daumen, dass alles so verläuft wie Du es Dir vorstellst!
    Liebe Grüße
    Deine Ingrid

    • Liebe Ingrid!
      Danke 🙂
      Eine Email folgt noch… Die letzte Woche war so viel los, dass mir die Ruhe dazu fehlte!
      Liebe Grüße, Frauke

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