Kopf aus, Freiheit an und plötzlich ist viel mehr möglich als ich dachte

So gern wollte ich wieder mal freihändig Fahrradfahren! Neidisch beobachte ich seit einigen Jahren alle völlig entspannt wirkenden freihändig radelnden Menschen, die mir auf der Straße oder auf Fahrradwegen begegnen. Früher, ja früher, da konnte ich das auch mal. Aber irgendwann machte mein Kopf zu und ich konnte es nicht mehr. Was dabei alles passieren kann, viel zu wackelig und der Sturz ist schneller da, als ich „Freiheitsgefühl“ sagen kann. Doch manchmal muss/möchte/kann ich auch einfach mal den Kopf ausschalten und machen, was ich machen möchte. Und genauso kam es, dass ich letzten Sonntag völlig tiefenentspannt und freihändig durch Berlin radelte.

Blick in den leicht wolkigen, aber strahlend blauen Himmel. Am rechten Rand ist eine Tanne.

Am Samstag Abend saß ich mit einer Freundin, die derzeit in Berlin-Kreuzberg wohnt und Freundinnen von ihr, bei einem Bier zusammen. Wir sprachen über dies und das und kamen irgendwann auf das freihändige Fahrradfahren. Ich erzählte, dass ich das so gern wieder können würde und es früher konnte, aber dass jetzt mein Kopf im Weg ist. Daraufhin erzählte eine der Freundinnen, dass es bei ihr ähnlich war. Aber irgendwann fuhr sie Fahrrad und ihr wurde kalt. Deshalb hat sie sich ihre Jacke angezogen und dabei ganz vergessen (!) den Lenker festzuhalten! Seitdem kann sie freihändig Fahrradfahren!

Krasse Geschichte. Da war ich erstmal am denken. Doch dann fiel mir ein, dass ich auch nie mit einerm Feuerzeug eine Bierflasche öffnen konnte, das aber unbedingt mal können wollte. Doch alles bewusste üben brachte nichts. Also habe ich mir vor etwa 3 Jahren einfach gesagt, dass das jetzt albern ist und ich das jetzt einfach nebenbei mache. Also habe ich mir eine Bierflasche und ein Feuerzeug geschnappt, während ich in ein Gespräch vertieft war und habe wie selbstverständlich die Bierflasche geöffnet. Tada! Seitdem kann ich es.

(Dass freihändiges Fahrradfahren, Bier trinken und Feuerzeuge in der Nähe haben (lässt auf Passivrauchen schließen) nicht die sonderlich cleversten und gesündesten Dinge sind, weiß ich auch. Aber alles in Maßen und die Dosis macht das Gift und jede*r ist für sich selbst verantwortlich. Macht also bitte nicht einfach etwas nach, was ihr hier oder woanders lest, sondern schätzt die damit verbundenen Gefahren und Folgen und Konsequenzen selbst und verantwortungsbewusst ein!!!)

So kam es, dass in mir die Idee reifte, dass ich einfach mal üben müsse, den Kopf freizubekommen. Gedacht, getan. Als ich Sonntag von Prenzlauer Berg nach Kreuzberg radelte, fuhren so viele Menschen freihändig an mir vorbei, dass es mir völlig logisch erschien, dass ich das jetzt auch mache. Also die Gedanken auf etwas anderes gelenkt (toller Tag, Sonne schien, herrliche Straßen und interessante Menschen) und ganz nebenbei die Hände für ein paar Zentimeter angehoben. Was soll ich sagen, außer: TADA! Ich kann freihändig Fahrradfahren :- ) Mega stolz und glücklich radelte ich mal mit und mal ohne Hände am Lenker durch das schöne Berlin!

Mir hat das wieder mal gezeigt, dass ich in einigen Situationen viel zu verkopft bin und mich selbst blockiere. Wenn ich nämlich „einfach“ den Kopf frei mache, kann ich plötzlich Dinge, an die ich gar nicht mehr geglaubt bzw. mir nicht zugetraut habe. Wenn das schon bei so Dingen wie Bierfalschenöffnen und freihändigem Radfahren ist, was kann ich noch alles, wenn ich nur den Kopf ausschalte? Ich lasse das mal weiter auf mich wirken und probiere in der kommenden Zeit bestimmt noch ein paar Dinge aus 🙂

[Warum ich in Berlin war? Letztes Wochenende war ich bei den „Erfahrungsexperten“ und habe dort eine Ausbildung zur Resilienztrainerin für das Präventionsprogramm RASMUS absolviert. („RASMUS“ steht für Resilienz durch Achtsamkeit und Selbst-Mitgefühl und Selbstfürsorge.) Dazu folgt auf jeden Fall noch mal ausführlicher etwas in Richtung Herbst, wenn mein Urlaub vorbei ist und ich mir überlegt habe, wo und wie ich so einen Präventionskurs anbieten kann! Und falls ihr selbst Interesse an einer solchen Ausbildung habt, schaut mal auf deren Homepage! Bis 30. Juni 2019 gibt es noch Frühbucherrabatt für den nächsten Kurs. Auch wenn das hier wie Werbung klingt, ich habe die Ausbildung selbst bezahlt und bin einfach sehr begeistert von dem Programm RASMUS.]

Und mit einem schönen Freiheitsgefühl im Bauch verabschiede ich mich in eine kleine Sommerpause 🙂

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4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Was du noch alles kannst, wenn der Kopf aus ist, kann man unter anderem in der Trampolinhalle bestaunen.

  2. So schön, was du dich gerade alles traust und was du angehst! Toll, dass „Kopf aus“ funktioniert 😀
    Viele Grüße Lily

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