MUT-TOUR – für einen normalen Umgang mit dem Thema Depression

Seit ein paar Jahren gibt es ein Aktionsprogramm namens MUT-TOUR. Habt ihr davon schon mal gehört? Menschen mit und ohne Depressionserfahrungen stellen etwas sehr tolles auf die Beine: gemeinsam bewegen sie sich auf Rädern, per Kajak oder wandernd durch Deutschland. Hierbei erleben die Teilnehmer*innen nicht nur eine tolle, naturnahe und sportliche Zeit, sondern klären ganz nebenbei niedrigschwellig über Depressionen auf. Ich verfolge die jährlichen Aktionen schon länger und freue mich sehr, dass ich heute Dietmar hier zu Gast habe!

Bilder der ersten Etappe des Team-1-der-Neuen der MUT-TOUR 2017
– Bildrechte bei Dietmar Reinberger –

Hallo Diemtar! Toll, dass du uns etwas über dich und deine Erlebnisse bei der MUT-TOUR erzählst!

Ich bin Dietmar Reinberger, 66 Jahre alt und komme aus Duisburg. Ich war bei der Gründung des Bündnis Duisburg gegen Depression vor 11 Jahren dabei und arbeite inzwischen ehrenamtlich im Vorstand mit. Unsere Hauptaufgabe sehen wir darin, uns für die bessere Versorgung der an einer Depression erkrankten Menschen einzusetzen.

Ein Mann steht hinter einem Infostand der Mut-Tour und zeigt mit der rechten Hand auf ein Plakat der Mut-Tour. Vor ihm befindet sich ein Tisch mit Flyern, Äpfeln und unaufgepusteten Ballons.
– Bildrechte bei Dietmar Reinberger –

Das erste Mal bin ich bei der Mut-Tour in 2017 mitgefahren und habe zwei Etappen geschafft: von Bremen bis Mainz. Im Jahr zuvor haben wir in Duisburg einen Aktionstag ausgerichtet (wie dieses Jahr auch wieder am 26.06.19) und die Aktion und die teilnehmenden Menschen haben mich so sehr begeistert, dass ich selbst auch mitfahren wollte. Im letzten Jahr bin ich von Kiel bis nach Rügen mitgefahren.

Ein Mann trägt einen Fahrradhelm mit Geweih und macht das Peace-Zeichen in die Kamera. Im HIntergrund ist ein Fahrradladen oder eine Messehalle erkennbar. Auf seinem grünen Tshirt sieht man den Aufdruck der Mut-Tour 2018.
– Bildrechte bei Dietmar Reinberger –

Ich selber habe auch Depressionserfahrungen und auf diesem Hintergrund ist es mir besonders wichtig, mich für einen offenen und vorurteilsfreien Umgang mit der Erkrankung einzusetzen.

Eines meiner bleibenden Erinnerungen wird immer der letzte Tag meiner 2. Etappe in 2017 bleiben: hier ging es gefühlt unendliche Kilometer hinauf zum ZDF in Mainz auf den Lärchenberg – und das bei strömenden Dauerregen. Hier konnte ich deutlich erleben, was die Mut-Tour ausmacht: ich bin nicht allein auf dem Rad – zu zweit auf dem Tandem und in der Gruppe kann ich Dinge schaffen, die ich mir alleine niemals zugetraut hätte.

Ich fahr dieses Jahr auf der Etappe von Lübeck nach Berlin mit. Ganz besonders freue ich mich darauf, wieder neue Menschen mit den gleichen Interessen kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam eine Woche in der Natur zu verbringen. Weiterhin ist für mich die Aufgabe in der Öffentlichkeit über Depression zu reden und Vorurteile abzubauen noch längst nicht erledigt – hierfür setze ich mich immer wieder von Herzen gern ein.

Ich selbst frage mich auch jedes Jahr immer wieder, ob ich noch mal mitmachen will. Aber nur die aktive Teilnahme schafft es, mir Mut und Kraft zu geben im Umgang mit der Depression. Deshalb kann ich aus guter Erfahrung jedem nur Mut machen, es selbst einmal auszuprobieren und an einer Veranstaltung oder Etappe teilzunehmen.

Ein Mann mit blau-gelbem Fahrradtrikot lächelt in die Kamera. Im HIntergrund sind der Rhein und der Kölner Dom erkennbar.
– Bildrechte bei Dietmar Reinberger –

Vielen Dank Dietmar, dass du uns einen so mitreißenden Einblick in deine Erfahrungen mit der MUT-TOUR gegeben hast!

Seid ihr nun neugierig geworden? Dann schaut euch gerne die Homepage der MUT-TOUR an! Die diesjährige Auftaktveranstaltung findet übrigens am 15. Juni 2019 in Fulda statt. Bis zum 1. September 2019 werden insgesamt 60 Teilnehmer eine Gesamtstrecke von 3.675 Kilometer bis Braunschweig zurückgelegt haben. Die Strecke wird aufgeteilt in 10 Etappen à 7 Tage am Stück. Insgesamt sind 10 Teams geplant, die täglich ca. 55 km fahren werden.

Ihr könnt euch auch noch zu individuellen Mitmach-Aktionen anmelden! Alle weiterführenden Infos dazu findet ihr hier.

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