Gastbeitrag von Diana: über das Gedichteschreiben um besser mit Depression und Angst umzugehen

Heute habe ich einen Gastbeitrag von Diana für euch! Sie erzählt von einer ihrer Möglichkeiten mit Depression und Angst umzugehen. Und zwar schreibt Diana Gedichte um ihre Gefühle und Gedanken greifbarer zu machen.

Ich bin Diana Krsteski, Diplom Pädagogin und ich schreibe auf gluecklichgesund.net sowie in meinem Buch als selbst Betroffene darüber, wie man trotz Depression und Angst „Ja“ zu einem lebendigen und erfüllten Leben sagen kann. 2017 ereilte mich im Zuge der Scheidung von meinem damaligen Mann die zweite schwere Krise in meinem Leben, die ich dazu nutzen konnte, um bis dahin abgespaltene traumatische Themen liebevoll in mein Leben zu integrieren. Was ich in dieser Zeit als Mittel zur Verarbeitung von Gedanken und Gefühlen für mich neu entdeckt habe, war das Schreiben von Gedichten. Ich schrieb einige dieser wunderbaren Seelengebete, wie ich sie nenne, und konnte mir dadurch ein gutes Stück Heilung erwirken.

Eines meiner zentralen Gedichte ist „Kirschbaum“ und ich möchte es gerne mit euch teilen. Ich schrieb es als ich während der Krise zum Kraft tanken unter dem Kirschbaum meiner Kindheit lag und mich dort daran erinnerte, wie dieser Baum mir als Kind ein Schutzort gewesen war. Damals kletterte ich weit hinauf und fühlte mich erst ganz oben, über allem stehend, sicher und geborgen.

Ich ließ mich von ihm inspirieren und kreierte um ihn herum eine Vorstellung von einem Leben, das sich heute als Erwachsene geerdet und nach vorne ausgerichtet anfühlen darf. Ein Leben, welches ich als stabil, gefestigt und im Fluss erleben darf – weil ich heute alles in mir trage, um mich in mir selbst sicher fühlen zu können. Ich kann mich heute als diesen Baum erleben, der seine Wurzeln spürt und sich tief mit der Erde verbindet, ankommen kann. Ebenso kenne ich meine Mitte, die mir hilft, gut bei mir zu bleiben. Und ich weiß genauso gut um meinen Verstand, die Krone des Baumes – von wo aus ich denken, lernen, phantasieren und Neues entdecken kann. Die ganze Kraft meines Kirschbaumes steckt in mir selbst. Und sie steckt ebenso in euch.

 

Kirschbaum

Tiefen inneren Frieden findest du dort, wo der Himmel hellblau.
Die Sonne lauwarm.
Die Vögel zwitschern – am Kirschbaum.
Der dich beschützt, wie ein Heer, ein Engelsmeer, dir Frische bietet.
Vertreibt Hitze, Lärm und Trotz.
Dem bist du gewachsen. Ranken Wurzeln durch deine Beine bis tief in den Boden.
Ständig fühlst du dich verbunden mit Mutter Erde. Gehst mutig voran, deinem Leben entgegen.
Blickst nicht mehr zurück, läufst nicht mehr Gefahr, dich im Kopf zu verdrehen und abzustürzen.
Nein, bleibst bodenständig, der Erde so nah – darfst endlich ganz Mensch sein, wie wunderbar.
Sagst „Ja“ zu jedem Gefühlsmoment in dir. Lässt ihn einfach geschehen, wie auch Wolken am Himmel mit Leichtigkeit vorüberziehen.
Lässt die Lebenskraft wieder frei in dir fließen. Lässt sie ausgedehnt über dich ergießen – von unten nach oben und von oben nach unten: DIANA. Willkommen in Leben, HEUREKA!
Hältst nicht länger fest an vergangenen Tagen. Pflegst deine Wunden. Akzeptierst deine Narben.
Nimmst dich an, so wie du bist. Gehst nur noch Wege, die dir gewiss leichte Gefühle bereiten. Die Fülle und Liebe in dir verbreiten.
Und gibt es dann doch mal schwere Tage, nimmst du du auch dieses an, gar keine Frage.
Denn:
So lange Atem durch dich fließt, stehst du wieder für dich auf, denn du willst leben.
So lange Atem durch dich fließt, lässt du den Dingen ihren Lauf, willst dich dem Leben hingeben.
So lange Atem durch dich fließt, spürst du die Liebe und das Licht – beide sanft wie ein Gedicht.
So lange Atem durch dich fließt, braucht alles Gute Zeit und Raum, dann erst erfüllt sich dein Traum.
Dein Traum vom tiefen inneren Frieden, findest du dort, wo der Himmel hellblau.
Die Sonne lauwarm.
Die Vögel zwitschern – am Kirschbaum.

 

 

Vielen Dank Diana für dieses schöne Gedicht über deinen Kirschbaum und dafür, dass du uns eine Möglichkeit gezeigt hast, mit Depression und Angst umzugehen! Danke auch für das schöne Foto von dir und von deinem Kirschbaum!

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Das ganze liest sich sehr Apathisch. Ich denke Kranke sollten anderen Kranken keine Hilfe anbieten und damit auch noch Geld machen.
    Sucht euch Artequarte Hilfe!
    Traumwelt erschaffen, das zögert die Heilung hinaus und kann um Jahre länger dauern.
    Verarbeitung findet im Hier und Jetzt statt.
    Freundlichste Grüße
    H.P. J

    • Hallo Hans Peter,
      jeder sieht das anders und liest etwas anderes aus dem Gedicht heraus. Und jedem hilft etwas anderes.
      Viele Grüße, Frauke

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