Mein 2018 – ein Jahr mit von allem etwas

Jahresrückblick 2018

Seit einigen Jahren schreibe ich in den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester meinen Jahresrückblick. Die letzten Tage habe ich sehr überlegt, ob ich das dieses Jahr überhaupt machen soll. Zu laut waren die Stimmen in meinem Kopf, die sagten: „Hoffentlich ist das Jahr bald rum. War doch eh alles scheiße!“ Und umso länger ich überlegte und umso lauter die kritischen Stimmen in meinem Kopf wurden, umso deutlicher wurde mir, wie wichtig ein Jahresrückblick genau jetzt ist. Denn: ein Jahr hat 365 Tage und davon können nicht alle 365 Tage komplette scheiße gewesen sein, auch wenn es sich jetzt gerade so anfühlt.

Während ich mich gerade durch die Blogposts des Jahres 2018 klicke, fällt mir auch sehr deutlich auf, dass es richtig viele tolle Tage in diesem Jahr gab! Ich habe echt richtig viel schönes, kreatives, herzerwärmendes, erinnerungswürdiges erlebt! Von wegen alles scheiße und so… Aber der innere Kritiker in mir möchte halt gerne seinen Job gut machen und kritisiert deshalb recht gerne. Warum er das gerade zur Zeit sehr laut tut, ist eine andere Geschichte, auf die ich heute aber (noch?) nicht eingehe.

Jahresrückblick 2018

Legen wir also mit meinem ganz persönlichen Jahresrückblick los!

Raus und Wandern und Camping und so

In diesem Jahr war ich erstaunlich viel unterwegs. Sowohl zu Tageswanderungen (Schwelm, Wesel, Gennebreck, Hagen, Iserlohn, Olfen, an der Ruhr, Lippepark in Hamm, Dünnwald in Köln mit Bloggerfreundin …) und Tagesausflügen (wie hier mit meinen Schwestern ans Meer). Aber auch übers Wochenende, für eine Woche in die Eifel und für vier Wochen durch Polen, die Slowakei und ein bißchen Ungarn. Mina war natürlich immer mit dabei und so ist z. B. auch mein Text mit hilfreichen Tipps für ängstlich-bellende Hunde beim Camping entstanden. Als im Frühling ein emotionales, privates Thema anstand, setzte ich mich bewusst damit auseinander und plante als Selbstfürsorge einige Tage Campingurlaub in Ennepetal ein. Camping hilft mir einfach so gut wie immer!

Im Juni hat mich die liebe Chantal hier in Dortmund besucht und wir haben uns einige schöne Sommertage gemacht!

Und wenn ich gerade mal nicht raus konnte, war ich bei Filmfestivals oder Lesungen rund ums Thema Rauskommen und Outdoor…

Ich in Zeitschriften, Zeitungen, auf Blogs, im Radio und im Fernsehen

Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, was in 2018 alles passiert, ich hätte demjenigen einen Vogel gezeigt und das für völlig unglaubwürdig und unwahrscheinlich abgetan. Doch eines kam zum anderen und so habt ihr mich desöfteren woanders gelesen, gesehen oder auch gehört! Gestartet sind wir mit einem Radiointerview bei Deutschlandfunk Nova. Bei der 1Live-Themenwoche rund ums Thema „Depression“ war ich mega aufgeregt als ich nach Köln fuhr und dort mehrmals interviewt wurde! Sogar für das Format „Mädelsabende“ war an dem Tag ein Interview mit Naina angesetzt. Das konnte nur noch durch meine Einladung zum SWR Nachtcafe im November getoppt werden… In der Closer und in der BILD konntet ihr von mir, meinem Blog und meiner Depression lesen. In einem Gastartikel auf MyTherapy habe ich davon berichtet, wann ich wem von meiner Depression erzählt habe. Auf Mediteo habe ich über meine Depression berichtet.

Ich freue mich total, dass ich dieses Jahr so häufig die Gelegenheit bekam, zur Entstigmatisierung der Depression beizutragen und von meinen Erfahrungen zu berichten!

Passend dazu wurde mein Blog in diesem Jahr wieder unter die 10 Top Blogs über Depression gewählt!

Als meine Familie und ich im November das zweite Mal in Folge (neue Traditionen müssen irgendwann mal starten) Weihnachten vorfeierten, war ein Radioreporter dabei und hat einen zauberhaften Beitrag erstellt!

Meine Depression, ein paar Rückschläge und die daraus resultierenden Fortschritte

In diesem Jahr ging es mir überwiegend echt gut. Klar, wenn ich meine Selbstfürsorge aus den Augen verlor oder mir z. B. zu wenig Rückzugszeiten einräumte, bemerkte ich meine Depression. Doch generell weiß ich mittlerweile sehr gut, was mir hilft stabiler zu bleiben. Das Thema „Abgrenzung“ hat mich eine ganze Weile beschäftigt… (Während ich diesen Text vom März nochmal lese, wird mir mal wieder deutlich, wie hilfreich das reflektierende Schreiben für mich ist. Beim Schreiben selbst, aber auch beim späteren erneuten Lesen.) Als ich im Februar auf die vier Jahre zurückliegende Reha zurückblickte, wurden mir einige deutliche Fortschritte bewusst. Damals hatte ich noch ziemlich mit meiner PMS und der damit verbundenen depressionsähnlichen Symptomatik zu kämpfen. Dank pflanzlicher Tropfen, die mir ein Heilpraktiker verschrieb und die ich einige Monate genommen habe, sind diese nun weg.

Im April war ich zu einem kurzfristigen Nachsorgetermin bei meiner früheren Therapeutin. Die Therapie selbst ist ja schon seit drei Jahren beendet, aber die Möglichkeit der Notfalltermine hilft mir sehr um ein nahendes Tief abzuwenden. So auch in diesem Jahr, als die 45 Minuten mit meiner früheren Therapeutin mir mega geholfen haben, ein Tief zu verhindern. Außerdem wurde mir bewusst, dass ich die Warnsignale immer besser deute und so wesentlich früher reagieren kann. Während ich früher in beginnenden oder bereits bestehenden Tiefs aufgrund fehlender Kraft keinen Sport mehr machen konnte, war hierfür sogar ausreichend Energie da! Auch wenn so ein Nachsorgetermin nach 3 Jahren erst einmal nicht nach Fortschritt klingt, habe ich ihn für mich als solchen verbucht. Denn ich reagiere auf die Signale meines Körpers und übe dabei ordentlich Selbstfürsorge aus, bevor (!) ein Tief da ist. Außerdem erarbeite ich mit meiner früheren Therapeutin zusammen Lösungsstrategien für zukünftige, ähnliche oder gleiche Situationen.

Als ich mich mit einer Frau über Träume unterhalten habe, ist einiges bei mir angestoßen worden und ich habe einige Zeit über große und kleine Träume und die damit verbundenen Glaubenssätze nachgedacht.

Kreatives, Handgemachtes, Selbstgenähtes und Leckeres

Wer hier schon länger liest, weiß, dass ich total gerne Dinge selber mache. Während eines kreativen Prozesses bin ich voll und ganz im Hier & Jetzt, meine Gedanken sortieren sich herrlich nebenbei fast von selbst und hinterher habe ich (meist) etwas schönes erschaffen. In diesem Jahr ist u. a. eine Krabbeldecke für mein zweites Patenkind entstanden (Jaha! Ich bin zum zweiten Mal Patentante geworden!).

Im letzten Winter habe ich einige aufwendige Scherenschnitte und mithilfe von Fototransfer und Upcycling zwei Wandbilder angefertigt. Zum Sommereinstieg habe ich mir, wie bereits schon im letzten Jahr, ein Fußband gewickelt, das mich wirklich den ganzen Sommer über begleitet hat. Nach meinem Sommerurlaub habe ich meine neue Storchenliebe auf Leinwand verewigt. Generell habe ich dieses Jahr mehr gemalt und vor kurzem Aquarell ausprobiert.

Im Sommer habe ich das erste Mal Löwenzahnhonig selbst gemacht. Außerdem war ich viel unterwegs in Sachen Wildkräuter. Auch wenn ich immer noch nur etwa eine handvoll sicher bestimmen kann, habe ich mich mit außenstehender Hilfe durch diverse Wildkräuter durchprobiert. So ist auch dieses mega leckere Wildkräuterpesto entstanden. Aus Ruchgras vom Balkon habe ich eine sehr tolle Heulimonade gekocht. Mit etwas Ausprobieren entstanden sehr fluffige Zitronenbaisers.

Ein Abschied stand dieses Jahr an: ich habe meinen Onlineshop geschlossen. Auch wenn mir die Entscheidung nicht leicht fiel, so war sie doch richtig. Und als ich mich einmal dazu entschieden hatte, fühlte es sich auch richtig und passend an.

Was sonst noch so war

Im Januar verstarb mein letztes Meerschwein. Nach 16 Jahren mit einem mal mehr, mal weniger großen Meerschweinrudel war das echt eine Umgewöhnung…

Vom Frühling bis in den Herbst hinein habe ich jeden Morgen, den ich zuhause war, auf dem Balkon gefrühstückt. Jeden. Morgen. Herrlich! Außerdem war ich ziemlich oft im Kanal schwimmen und habe mir sogar eine Schwimmananas zugelegt!

Im Frühling musste Mina dank ihrer dicken Unterwolle zum Haaretrimmen und sah plötzlich um Jahre jünger aus 🙂 Mina und ihrer Leishmaniose ging es augenscheinlich erst einmal richtig gut. Doch die Blutergebnisse vor ein paar Wochen sagten etwas anderes… Nun warten wir ab, ob die höhere Medikamentendosis was bringt und ob diese evtl. andere Schäden anrichtet…

Jahresrückblick 2018

Dank DSGVO war mein Frühling außerdem ziemlich turbulent, weil mir irgendwann klar wurde, dass ich bei dem alten, kostenlosen Blog-Anbieter nicht bleiben kann, wenn ich die Anforderungen der ab Mai 2018 in Kraft getretenen DSGVO einhalten möchte. Und so entschied ich mich nach einigem Hin und Her und Abwägen den Umzug nach WordPress mit professioneller Hilfe durchzuführen. Eigentlich wollte ich im Herbst die restlichen Arbeiten machen (Fotos in den alten Blogposts ordentlich einfügen, SEO-technische Dinge umsetzen, Schlagwörter und Kategorien endlich richtig zuordnen, Formatierungen wieder hübsch machen, etc.), doch seien wir mal ehrlich: dieses ganze technische Hintergrundgedöns ist nicht so meins und so habe ich es bisher vor mir her geschoben. Mein Blog läuft und damit ist erstmal gut. Der Rest kommt vielleicht 2019.

Ich beschäftige mich immer mehr mit Nachhaltigkeit. Im Bad habe ich bisher die größten Änderungen vorgenommen. Doch auch in anderen Bereichen habe ich dieses Jahr viel ausprobiert. Hierzu folgt im kommenden Jahr bestimt noch ein separater Text, in dem es um selbstgemachtes Wasch- und Spülmittel, um Foodsharing, Lebensmittelrettung, Fermentation und Kleidertausch geht. Gestern bin ich endlich auf Ökostrom umgestiegen. Das hatte ich schon ewig vor und stand mir aus nicht nachvollziehbaren Gründen irgendwie selbst im Weg. In 2018 habe ich klamottentechnisch kaum etwas geshoppt, was nicht notwendig oder nachhaltig bzw. fairtrade oder secondhand war (und selbst das war ziemlich wenig). Ich habe einige Schuhe aussortiert und durch weniger Paare, dafür aber Barfußschuhe ersetzt. Durch die dünne, biegsame Sohle bewege ich meine Füße wesentlich mehr, habe so gut wie nie kalte Füße und spüre den Untergrund total gut, was mich wiederum richtig toll erdet.

Einen kleinen Traum habe ich mir erfüllt: seit es die Dinger gibt, wollte ich einen Staubsaugroboter haben. Im Herbst ist einer bei mir eingezogen, der sogar wischen kann! Ich bin schwer in love und spare enorme Zeit beim Hundehaaresaugen!

Im Sommer gab es einen überraschenden Todesfall im Bekanntenkreis, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat.

In diesem Jahr war ich das erste Mal Bouldern und hatte neben diverser Schweißausbrüche wg. ungewohnter und ungesicherter Höhe eine Menge Spaß!

Leider bin ich in diesem Jahr zweimal gestürzt. Einmal mit dem Fahrrad, als ich in einer Kurve wegrutschte und mit etwas über 20 km/h über den Asphalt rutschte (der Unfallarzt am nächsten Tag hat mir nach dem Röntgen gratuliert, weil meine Halswirbelsäule anstelle des üblichen leichten Knicks sehr gerade war). Und einmal, als letzte Woche mein rechtes Fußgelenk nicht mehr wollte (warum auch immer?!) und ich die letzten 4 Treppenstufen auf einmal nahm. Seit dem fahre ich sehr vorsichtig mit dem Fahrrad um Kurven, traue ich mich fast nicht mehr auf mein Mountainbike und halte mich treppabwärts immer schön am Handlauf fest. Mal sehen, ob davon irgendwas in 2019 besser wird. Ich bleibe auf jeden Fall dran!

Im Herbst habe ich mir einen lange gehegten Traum erfüllt. Eine Tätowierung mit folgendem Motiv:

Jahresrückblick 2018

Und das wichtigste: ich habe sehr viel Zeit mit sehr lieben Menschen verbracht! Mit Menschen, die auch an meiner Seite sind, wenn es mir mal nicht gut geht, große Umbrüche anstehen oder sonst was los ist. Herzensmenschen eben!

Mein Fazit

Nachdem ich mich nun ausführlich mit meinem Jahr 2018 befasst habe, ist mir wieder mal deutlich geworden, dass ich leider immer noch zu gerne alles negative allumfassend wahrnehme und die positiven Momente kleinrede. Während ich am Anfang vom Jahresrückblick dachte, dass es bestimmt ein paar positive und halt natürlich auch ein paar negative Seiten in diesem Jahr gegeben haben wird, merke ich nun: eigentlich war 2018 echt ein aufregendes, tolles Jahr! 365 Tage haben viele Facetten und nun konzentriere ich mich auf die schönen Momente und schaue, was ich aus den nicht so schönen Punkten für die Zukunft lernen kann. Ich bin gespannt, wie 2019 wird!

In diesem Sinne: ich wünsche euch einen guten Rutsch!

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