Für mehr Fahrradurlaube – welche Tipps mir zum Start vor 11 Jahren geholfen hätten – Teil 2

Gestern habe ich euch ja bereits erzählt, warum ich Fahrradreisen so sehr liebe. Es ist für mich die absolut schönste und freieste Art zu verreisen. Beim Radfahren nehme ich die Umgebung ganz anders wahr und bekomme einen sehr freien Kopf! Deshalb möchte ich euch mit dieser dreiteiligen Reihe ein klein bißchen mit dem Radreise-Fieber anstecken 🙂 Und hierfür gibt es heute meine über all die Jahre gesammelten Fahrradreise-Tipps. Viele davon hätte ich gerne vor 11 Jahren, zu dem Start meiner Radreisen, selbst gerne gewusst. Doch dank meiner ganzen unterschiedlichen Erfahrungen auf etlichen Fahrradkilometern auf verschiedenen Radrouten bekommt ihr nun meine zusammengesammelten Tipps 🙂

Deshalb kommen wir nun endlich zu dem Satz, den ich schon immer mal von mir geben wollte:

Hier kommen meine ultimativen Radreise-Tipps (für Anfänger)!

Eine Überschrift, in der es um Tipps geht, wirkt gleich viel seriöser und verbindlicher, wenn das Wort „ultimativ“ drin vorkommt 😉

Die Planung

Sobald ihr euch also zu dem wunderbaren Plan entschließt, einmal eine Radreise auszuprobieren, gilt es sich ein paar Vorplanungsgedanken zu machen.

Wie viele Tage möchtet ihr fahren? Sollte es ebenerdig sein oder darf es ruhig Steigungen haben? Möchtet ihr vor der Haustür starten oder lieber ein Stück weiter weg? Wie möchtet ihr die Anreise gestalten? Welche Form der Übernachtung kommt für euch in Frage? Welcher Radweg soll es werden? Wie viele Kilometer schafft ihr ungefähr an einem Tag, wie lange habt ihr Zeit für eine Radreise und wie viele Kilometer schaffet ihr somit ungefähr (Achtung: Ruhetage nicht vergessen einzuplanen!)?

Setzt euch also erst einmal hin (wenn ihr Mitfahrer habt, natürlich auf jeden Fall mit denen) und macht euch ein paar Gedanken. Sucht im Internet auch einfach mal nach Radfernwegen oder schaut z. B. einmal auf dieser Seite nach Inspirationen! Es gibt viele Infoseiten, Blogs und Erfahrungsberichte im Internet. Ich habe damals mit dem Donauradweg gestartet und bin dann weiter durch den Lahnradweg, den Innradweg, den Ruhrtalradweg, die Römer-Lippe-Route, einmal quer durchs Münsterland und einmal komplett rundum Brandenburg drumherum (die letzten beiden jeweils ohne feste Route, nur mit Radkartenmaterial).

Natürlich könnt ihr auch einfach vor eurer Haustür starten und wild drauf losfahren. Aber gerade für Anfänger ist ein ausgeschilderter Radweg doch wesentlich einfacher, weil hier die Bodenbeschaffenheiten meist relativ gut sind und man sich anhand der Wegschilder easy orientieren kann (sofern sie nicht irgendein Witzbold abmontiert oder verdreht hat). Außerdem führen diese Wege meist weg von den vielbefahrenen Straßen und hin zu ruhigen Feldwegen. Ihr kommt hierbei an Ecken, wo es euch sonst nie hinverschlagen hätte!

Wenn ihr euch für einen bestimmten Radweg entschieden habt, schaut mal, ob es hierfür eine extra Homepage mit weiterführenden Informationen gibt. Meist gibt es hier dann bereits Tipps zur Anfahrt und zu Übernachtungen. Auch evtl. temporär vorhandene Streckensperrungen könnten hier aufgeführt sein. Mir hat es immer sehr geholfen, wenn ich mir so ein Ringbuch des Radweges gekauft habe. Diese gibt es z. B. von Bikeline. Hier konnte ich mir die Strecke in einem schönen Maßstab bereits vor der Tour anschauen und die ungefähren Tagesabschnitte planen. Auf der Tour selbst waren diese Bücher sehr praktisch, weil ich sie einfach umblättern konnte, sobald ich aus der jeweiligen Seite „herausgefahren“ war und durch die spezielle Beschichtung waren sie auch ein Stück weit wasserabweisend.

Wenn ihr euch nun etwas intensiver mit einem Radweg beschäftigt habt, überlegt sehr ehrlich, wie lang eure Tagesetappen sein können. Je nach Bodenbeschaffenheit, Steigung, Wetter und individuellem täglichen Wohlbefinden kann das durchaus schwanken. Deshalb plant gerade für eure erste Tour nicht zu weite Etappen. Und fahrt auf jeden Fall vorher die ein oder andere Tagestour zuhause um euch und eure Körper schon mal etwas an die ungewohnte Bewegung zu gewöhnen. Hierbei merkt ihr ja auch schon, ob ihr eher in der Verfassung seid 40 km am Tag zu fahren oder 100 km. Klar, wenn ihr eine Radreise für 2 Wochen plant, werden es anfangs eher ein par Kilometer weniger sein und nach einigen Tagen durchaus auch ein paar mehr. (Ich brauche ungefähr 3 Tage um komplett drin zu sein. Der Muskelkater bleibt bei mir aber gerne länger…)

Die Anreise könnt ihr je nach Startort sehr unterschiedlich planen: mit dem Zug, einem Fernbus, dem Auto + Fahrradhalterung oder evtl. sogar mit dem Flugzeug, wenn es sehr weit weg gehen soll (habe ich übrigens noch nie gemacht und halte ich für Anfänger auch etwas übertrieben). Informiert euch rechtzeitig, wann ihr Tickets kaufen bzw. Plätze reservieren müsst, da die Radplätze meist sehr überschaubar sind. Bei den Regionalbahnen reicht es sich am selben Tag ein Ticket zu kaufen (denkt an evtl. notwenige extra Radfahrtickets!), doch hier könnt ihr keine Plätze reservieren. In den meisten Regionalbahnen teilen sich Fahrräder, Kinderwägen und Rollstühle ein Abteil. Hierbei haben Kinderwägen und Rollstühle natürlich vorrang und so kann es durchaus mal sein, dass man auf die nächste oder übernächste Regionalbahn warten muss, um einen Platz zu ergattern…

Im Zug selbst achtet auf eine ordentliche Sicherung eures Rades, damit es nicht hin und her rutscht. Falls andere Räder im Zug sind, schaut einfach mal bei denen, wie diese befestigt sind. Meistens muss man sein Gepäck abnehmen und es irgendwo anders verstauen. Da die Zahl der Radreisenden ja von Jahr zu Jahr steigt, wäre es mal an der Zeit, dass die Bahn hier auch mehr Fahradplätze zur Verfügung stellt…

Welcher Übernachtungstyp seid ihr? Sobald es an die Radreiseplanung geht, bleibt diese Frage nicht außen vor. Ihr könnt natürlich mit dem Zelt starten, so wie ich. Bei sehr regnerischem Wetter sind wir aber auch mal spontan in ein Hostel ausgewichen! Pensionen oder Hotels könnt ihr bereits vor der Tour buchen oder im Laufe eines Tages schauen, wie weit ihr kommt und im jeweiligen Ort nach freien Pensions-/Hotel-Betten Ausschau halten.

Abendessen. Zeltplatz direkt am See.

Auf einer Zeltwiese standen morgens plötzlich Pferde vorm Zelt.

Bei Dauerregen muss man auch mal im Zelt essen.

Mit wetterfester Kleidung und wasserabweisender Picknickdecke geht draußen frühstücken auch bei nass-kaltem Wetter.

An den bekannteren Radwegen gibt es immer mehr Unterkünfte, die sich auf Radreisende eingestellt haben. Dort gibt es dann extra Fahrrad-Abstellräume und bei einigen auch Lademöglichkeiten für E-Bikes.

Wenn ihr eure Reise über einen Reiseveranstalter bucht, legt dieser meist die Etappen inkl. Hotels fest und transportiert das Gepäck jeden Tag mit einem Shuttleservice weiter. Dadurch seid ihr zwar festgelegter und fremdbestimmter, aber ihr spart euch einiges an Planung und Gepäckgewicht beim Radeln.

Es gibt auch die Möglichkeit über Couchsurfing oder warmshowers einen Platz zum Übernachten zu finden! Warmshowers ist ein extra Portal für Radreisende, wo man sich gegenseitig kostenfreie Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen kann.

Das Gepäck / die Ausrüstung

Je nachdem, welche Übernachtungsart ihr wählt, unterscheidet sich euer Gepäck geringfügig. Wenn ihr mit dem Zelt unterwegs seid, müsst ihr natürich auch eine Isomatte und einen Schlafsack einpacken. Im Hotel/Hostel/Pension braucht ihr das nicht. Meine Tipps basieren auf meinen Campingerfahrungen. Wenn ihr euch für eine andere Übernachtungsart entscheidet, streicht einfach die Zeltutensilien raus und ergänzt den freiwerdenden Platz evtl. um etwas mehr Kleidung oder was euch sonst am Herzen liegt. Oder ihr freut euch einfach über das eingesparte Gepäck und das somit leichtere Fahrrad.

Wie ich gestern schon geschrieben habe, ist eine ultra-leicht-Ausrüstung natürlich super, weil sie Gewicht und Volumen einspart und dies auf dem Rad von nicht unbedeutender Wichtigkeit ist. Aber gerade, wenn ihr das allererste Mal eine Radtour startet, wäre es viel zu teuer, alles auf einmal zu kaufen. Denn umso leichter und umso geringer das Packmaß einer Sache ist, umso teurer wird sie.

Ich habe mit einigen sehr preiswerten Ausrüstungsgegenständen angefangen und sie über die Jahre nach und nach gegen immer platzsparendere Dinge ausgetauscht, sobald etwas kaputt gegangen ist.

Habt ihr vielleicht jemanden im Freundes- oder Verwandtenkreis, der bereits einige Ausrüstungsgegenstände besitzt und euch diese für eure erste längere Radtour ausleihen könnte? So bräuchtet ihr euch erst einmal nur die noch fehlenden Dinge zu kaufen. Wenn ihr dann wirklich auf den Geschmack gekommen seid und regelmäßig Mehrtagestouren machen wollt, könnt ihr euch immer noch die anderen Dinge kaufen. Das hat übrigens ganz nebenbei den Vorteil, dass ihr die ausgeliehenen Gegenstände beim ersten Mal ausgiebig ausprobieren könnt, um zu sehen, wie ihr mit diesen zurecht kommt, wo evtl. Schwachstellen sind oder was euch evtl. auch an Funktionen fehlt oder stört. Das vermeidet dann beim endgültgen Kauf einen potentiellen Fehlkauf.

Wenn ihr zu zweit oder mit mehreren Leuten fahrt, könnt ihr euch die Basics total gut aufteilen. Zelt plus Kochzeug kann sonst etwas schwer werden. Außerdem könnt ihr euch absprechen, wer Duschzeug, Sonnencreme und Antimückenzeug mitnimmt, damit nicht jeder eine volle Flasche einpackt, wenn eigentlich jeweils eine für alle gereicht hätte.

Generelle Campingausrüstungstipps mit Fotos habe ich bereits hier zusammen gestellt. Hiervon ist nicht alles für Radreisen geeignet, aber einiges schon.

Die komplette Packliste folgt Morgen in Teil 3!

Die Vorbereitung

Ganz wichtig ist, dass euer Rad wirklich funktionstüchtig und verkehrssicher ist. Bringt es am besten bei einer Fahrradwerkstatt zur Inspektion und sagt dabei, dass ihr eine mehrtägige Radtour plant.

Wenn ihr ein ganz neues Rad habt, fahrt vor eurer Tour ausreichend damit Probe, damit ihr es richtig auf euch einstellen könnt. Milimeterweise Einstellungen können manchmal entscheidend sein, wenn es um das Vermeiden von Schmerzen geht. Euer Fahrradhändler hilft euch mit Sicherheit die ersten Einstellungen vorzunehmen. Aber nach ein paar Kilometern merkt ihr evtl., dass der Sattel etwas weiter nach vorne oder hinten könnte, dass der Lenker doch einen Tacken zu hoch ist oder oder oder. Ich bekomme z. B. sehr schnell Knieschmerzen, weil mir dann doch ein paar Muskeln fehlen und ich bei Anstiegen viel Kraft aus den Knien (statt aus den Muskeln) hole. Mir hilft es, wenn ich den Sattel einen ganz kleinen Ticken zu hoch einstelle und damit gezwungen bin, sehr weit vorne mit dem Fußballen zu treten. (Und in akuten Schmerzsituationen verwende ich eine Kniebandage aus der Apotheke.)

Wisst ihr, was zu tun ist, wenn ihr einen Platten habt? Wenn nicht, wird es Zeit, das zu lernen 🙂 Auf meiner ersten Radtour hatte ich null Ahnung und ernsthaft mehrere Platten. Nicht schön und äußerst zeit- und nervenraubend! Im Anschluss an die Tour habe ich einen Pannenkurs belegt. Diese gibt es für kleines Geld z. B. vom ADFC oder auch von manchen Fahrradhändlern!

Mit der Zeit bekam ich eine gute Routine im Reifenflicken…

Habt ihr schon mal gezeltet bzw. wart ihr mit eurem jetzigen Zelt schon mal unterwegs? Wenn nicht, baut auf jeden Fall das Zelt einmal probehalber auf und auch wieder auseinander. Übung macht hier wirklich den Meister!

Genauso auch euer Kocher: kocht einfach einige Mal zuhause darauf um euch mit dem Gerät vertraut zu machen (Achtung: am besten im Freien!). So bekommt ihr auch direkt ein Gefühl dafür, welche Mahlzeiten ihr hierdrauf zubereiten könnt. Angefangen habe ich mit dem klassischen Dosenessen. Aber das ist auf Dauer weder lecker, noch preiswert oder gesund. Deshalb koche ich nun sehr gerne Nudeln, Couscous oder Hirse mit Gemüse. Bei den Nudeln hat es sich bewährt, gerade so viel Wasser zu verwenden, wie sie brauchen (und bei Bedarf einen Schluck Wasser nachzugießen). Auf neudeutsch sagt man One-Pot-Pasta dazu 😉 Etwas anbraten könnt ihr natürlich auch, aber je nach Topfmaterial kann das schnell anbrennen. Probiert es einfach aus! Zum Frühstück gibts bei mir Müsli mit heißem Wasser und optional Kakaopulver. Auch den Kaffee könnt ihr vorher bereits probekochen! Für mich gibt es nichts schöneres, als morgens draußen vorm Zelt zu sitzen und in Ruhe meinen ersten Kaffee zu trinken!

Die Routenplanung

Die ist wichtig und braucht etwas Zeit. Macht am besten ein paar Tagesfahrten um zu merken, wie viele Kilometer realistisch für euch sind. Und dann zieht nochmal ein paar Kilometer ab, weil ein voll beladenes Fahrrad immer mehr wiegt und euch mehr Kraft kostet. Dann sucht euch einen Radweg raus, der euch interessiert und auch für Anfänger geeignet ist. Also am besten wenig Steigungen, guter Wegeausbau und ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten.

Gerade an den großen Flüssen gibt es viele bekannte Fernradwege. Außerdem gibt es zig andere super ausgebaute Fernradwege, die man gar nicht kennt, wenn man sich nicht damit beschäftigt. Achtet mal an den Fahrrrad-Hinweisschildern an der Straße auf diese kleinen eckigen Symbole, die unter den normalen Radschildern hängen. Diese weisen den Weg für die ganzen verschiedenen Fahrradwege. Sucht am besten im Internet nach Fahrradwegen und den dazugehörigen Info-Seiten. Hier gibt es häufig Etappenvorschläge und eine Auflistung von Übernachtungsmöglichkeiten. Für Anfänger ist das super!

Ich habe mittlerweile ein Fahrrad-/Wander-Navi, in dem ich mir verschiedene Radwege ansehen kann und wo mir auch Übernachtungsmöglichkeiten angezeigt werden. Das ist super und ermöglicht mir ein spontaneres Reisen mit sehr viel Flexibilität. Aber das Gerät hat seinen Preis (auch wenn ich es im Angebot gekauft habe) und ist nicht so ganz einfach zu bedienen. Deswegen würde ich es niemandem empfehlen, der das erste Mal eine Mehrtagestour macht. Wenn ihr trotzdem ein bißchen technischen Schnickschnack bzw. Unterstützung haben möchtet, schaut mal nach entsprechenden App-Lösungen fürs Handy. Achtet hier aber auf den Stromverbrauch! Evtl. braucht ihr zum Nachladen für tagsüber eine Powerbank! Es gibt zwar so Adapter, um sein Handy über die Fahrradnarbe zu laden. Doch hierzu habe ich bisher keine positive Erfahrung gehört. Vielmehr gehen sie scheinbar sehr schnell kaputt.

Für die bekannten Radwege gibts extra Fahrradkarten, die meist auch etwas wasserabweisend sind. Hier könnt ihr auch die Kilometerabschnitte direkt auf der Karte erkennen und so sehr gut die einzelnen Tagesetappen planen und einzeichnen. (Für Querfeldein-undabhängig-von-einem-großen-Radweg kauft euch am besten eine Radkarte der Region. Hier sind die verschiedenen Radwege verzeichnet und ihr könnt euch spontan danach orientieren.) Dann rechnet euch aus, wie viele Tage ihr Zeit habt, wo ihr startet und bis zu welchem Ort ihr realistisch kommen könnt. Wenn ihr einen oder mehrere Ruhetage machen möchtet, plant diese mit ein! Gibt es evtl. die Möglichkeit, zwischendurch mit dem Zug abzukürzen, falls etwas unvorhergesehenes passiert oder ihr euch ein bißchen verkalkuliert habt? Gerade, wenn ihr eine feste Zugreservierung für die Heimfahrt habt, ist es hilfreich, wenn man hier eine Alternative hat um Zeitengpässe unstressig zu überbrücken.

Schaut vor Fahrtantritt auf jeden Fall auf der Infoseite eures ausgewählten Radweges. Oft werden hier vorübergehende Sperrungen oder Umleitungen bekannt gegeben. Vor Ort gibts zwar auch meist Schilder, aber so kann man sich vorher bereits darauf einstellen, gerade auch, falls die Umleitung mehr Kilometer mit sich bringt.

Die Anreise

Wie ihr anreist, hängt natürlich auch davon ab, wo eure Route herführt. Könnt ihr sie gut mit dem Zug oder einem Fernbus erreichen? Oder müsst ihr evtl. Fliegen? (Das habe ich noch nie getan und habe dementsprechend keine Tipps.)

Denkt rechtzeitig daran, euch Fahrkarten zu kaufen und Plätze zu reservieren. Gerade mit Fahrrädern sind diese meist sehr begrenzt!

Bei Regionalzügen ist eine Reservierung meist nicht möglich. Dafür gibt es Abteile für Räder, Kinderwägen und Rollstühle. Hierbei haben letzte beiden natürlich Vorrang, sodass man mit dem Rad auch mal auf den nächsten oder übernächsten Zug warten muss, wenn es sehr voll ist. Gerade an langen Wochenenden sind Züge sehr voll und die Anreise kann länger dauern… Um die Fahrräder platzsparend zu verstauen, muss/sollte man die Taschen vom Rad nehmen. In sehr vollen Zügen besteht der/die SchaffnerIn u. U. darauf, dass ihr das macht, BEVOR ihr den Zug betretet. Das ist dann eine kleine logistische Herausforderung, damit keine Tasche verloren geht bzw. geklaut wird, während ihr die Räder einladet. Mir ist zum Glück noch nichts abhanden gekommen. (!!!Wertgegenstände immer am Körper behalten!!!)

Je nach Ticketart müsst ihr dieses evtl. während der Bahnreise am Fahrrad befestigen. Bei reservierten Fahrradplätzen wird manchmal auf die genaue Platznummer geachtet, manchmal auch nicht. Mir ist hier bereits beides passiert. Wichtig war mir immer, dass ich im Zug drin bin und dann habe ich weitergeschaut und auch andere bereits im Zug anwesende Radreisende gefragt.

Doch auch schon das Betreten der Bahngleise kann sich schwierig gestalten, wenn es keine Aufzüge gibt. Hier nehmt im Zweifelsfall auch alles Gepäck ab, tragt euer Rad zum Gleis hoch und holt dann euer Gepäck. Teilt euch auf, wenn ihr zu mehreren seit und achtet wieder darauf, dass ihr eure Wertgegenstände am Körper tragt. Mir haben häufig auch andere Reisende unter die Arme gegriffen, wenn ich mich mal wieder mit dem schweren Fahrrad abgeschleppt habe.

Plant auf jeden Fall genügend Puffer ein. Je nach Anreisedauer plant keine allzu lange Radfahrstrecke für den Anreisetag ein, damit ihr bei evtl. Zugverspätungen oder Ausfällen nicht komplett aufgeschmissen und in Zeitnot seid. Auch die Fahrt bis zur ersten Unterkunft kann evtl. länger dauern als man anfangs dachte.

Bei der Anreise nach Innsbruck ist der erste Zug komplett ausgefallen und alle nachfolgenden hatten massiv Verspätung. Wir hatten uns vorher den nächstgelegenen Campingplatz rausgesucht. An der Brennerstraße. Kann ja keiner ahnen, dass damit der Brenner gemeint ist und es über mehrere Kilometer sehr steil bergauf geht.

Die Reise

Wenn es nun ENDLICH losgeht, beladet euer Fahrrad. Packt hierbei die Taschen möglichst gleichmäßig voll, sodass die Gewichtsverteilung gut ausgeglichen ist. Wenn möglich, packt das Fahrrad einmal Probe, bevor es los geht!

Mit einer guten Gewichtverteilung schafft man auch sehr seltsame Radwege. Ja, dies war ein offizieller Radweg.

Ein vollbeladenes Fahrrad fährt sich immer anders, als ein Rad ohne oder mit wenig Gepäck. In Kurven, bergab und bergauf verhält es sich anders, als ihr es vielleicht bisher gewöhnt seid. Nach einigen Kilometern seid ihr wahrscheinlich gut drin, aber fahrt am Anfang lieber etwas vorsichtiger, damit ihr nicht aus Versehen stürzt und euer Urlaub ggf. vorzeitig beendet ist bevor er überhaupt richtig los geht.

Achtet auf ausreichend Pausen und genügend Trinken und Essen! Hört auf euren Körper und überfordert euch nicht.

Beim Radfahren brauche ich regelmäßig Essen!

Denkt dran: ihr seid im Urlaub! Macht das, wozu ihr Lust habt! Wenn es irgendwo schön ist und ihr euch etwas anschauen wollt, dann macht das. Klar, behaltet die Zeit und die vor euch liegende Tagesetappe im Auge. Und vergesst nicht, zwischendurch mal ein leckeres Stück Kuchen oder ein Eis zu essen 😉

Ich liebe ja regionale Spezialitäten. So wie hier den Gurkencocktail im Spreewald!

Immer regelmäßig Pause machen!

Vergesst nicht euch regelmäßig mit Sonnencreme einzucremen!

Seid spontan: wenns wie aus Eimer schüttet, ändert auch mal euren Tagesplan. Genauso, wenn euer Muskelkater von der ungewohnten Bewegung stärker ist, als anfangs vermutet. (Gerade bei den ersten Radtouren hatte ich IMMER Muskelkater. Und immer für die komplette Zeit des Radurlaubes. Bei der ersten Radreise überhaupt (dem Donauradweg) musste ich bereits nach 2 Tagen einen Ruhetag einlegen, weil mein Körper nicht mehr konnte…)

Nach vielen Höhenmetern bin ich ordentlich geschafft…

Und ansonsten genießt euren Urlaub. Lernt die unbekannte Umgebung kennen, esst regionale Spezialitäten und lebt in den Tag hinein, ganz nach Herzenslust!

Natürlich kann es sein, dass ihr einige Tage am Stück Dauerregen habt. Das kann man leider nicht ausschließen, egal wie gut man plant… Hier könnt ihr entweder so lange weiterfahren, wie eure Regenkleidung und eure Stimmung das mitmachen. Oder ihr überlegt euch dann spontan einen Alternativplan bis der schlimmste Starkregen vorbei ist. Vielleicht ein Museum? Oder ein ausgiebiger Cafe-Besuch? Oder oder oder. Gerade, wenn ihr zu mehreren seid, könnt ihr versuchen euch gegenseitig zu motivieren, wenn die Stimmung aufgrund der dauernden Nässe doch mal kippt… Mir hat Singen sehr geholfen. Und glaubt mir, ich kann nicht gut singen. Überhaupt nicht. Aber es hat meine Nerven beruhigt und meine Mitfahrer zum Lachen gebracht 😉 Gerade zur Mittagszeit haben wir uns bei Dauerregen gerne in eine kleine Wirtsstube verzogen und eine regionale Spezialität zum Aufwärmen gegessen. Einmal war der Regen so penetrant, dass wir in ein Fahrrad-Hostel gegangen sind und dort eine trockene Nacht verbracht haben. Unsere Kleidung haben wir quer durchs Zimmer verteilt, damit sie endlich mal wieder trocken wurde. Auch, wenn es total bescheuert klingt, aber den meisten Spaß hatten wir, umso stärker der Regen wurde. Einer von uns war meistens echt genervt vom Wetter und hat die anderen dadurch mächtig erheitert, sodass derjenige selbst wieder lachen musste 🙂 Lasst euch also von Regen nicht entmutigen und schaut nach einer Lösung, die in diesem Moment für euch passt, sodass ihr euch wohlfühlt und weiterhin einen schönen Urlaub habt!

Tut mir nur den Gefallen und passt bei Gewittern auf! Sowohl auf dem Zeltplatz, als auch tagsüber auf freiem Feld oder im stürmischen Wald… Sucht euch einen geschützten Unterstand, damit euch nichts passiert!

Ein Wein am Abend schmeckt auch mal aus der Tasse!

 

Schlechtes Wetter und passende Kleidung

Sehenswerte Highlights anschauen

… Orte gibts …

Konnte ich euch für das Radfahren begeistern? Habt ihr weitere Fragen? Seid ihr evtl bereits begeisterte Radreisende und wenn ja, wo wart ihr schon?

Morgen folgt meine ausführliche Packliste!

 

[Ich habe hier einige Markennamen genannt und ihr könnt auf den Fotos einige Marken erkennen. Für diese Nennung habe ich kein Geld oder sonstige Vergütung erhalten. Meine Erfahrungen basieren ganz einfach auf diesen Produkten und es fiel mir beim Schreiben leichter, die Namen zu nennen, als sie zu umschreiben. Das kann man als Werbung ansehen, weil Markennennung, kann man aber auch bleiben lassen.)

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Für mehr Fahrradurlaube - welche Tipps mir zum Start vor 11 Jahren geholfen hätten - Teil 1 - Fräuleins wunderbare Welt

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.