Die Natur hilft mir bei meiner Selbstfürsorge

Depression Selbstfürsorge

In der letzten Woche hatte ich nicht nur Urlaub, es gab auch einige größere Veränderungen für die kommenden Monate. Aber ich hatte ausreichend Zeit, mich auf diese Woche vorzubereiten und mir rechtzeitig Gedanken um meine Selbstfürsorge zu machen. Bei den verschiedenen Emotionen, die ich die Monate vorher durchlaufen habe, war so ungefähr alles einmal dabei. (Na gut, außer Wut, aber die hätte auch keinen Sinn gemacht.)

Depression Selbstfürsorge Als der Zeitpunkt immer näher rückte, es immer konkreter wurde, wurde ich umso ruhiger. Ich wusste in etwa, was auf mich zukommt und dank meiner Depression und ihren dunklen Tiefs habe ich gelernt, auch bei starken Gefühlen nicht weg- sondern hinzuschauen. So hatte ich keine Angst, vor evtl. zu krassen oder überraschenden Emotionen. Ich hatte auch nicht das Bedürfnis eine dieser Empfindungen auszublenden, so wie es wahrscheinlich früher als Selbstschutz mein normales Verhalten gewesen wäre.

Stattdessen war ich bereit mich auch evtl. negativen oder sehr traurigen Gefühlen zu stellen und diese zu zu lassen, ohne mich von ihnen zu tief hinabziehen zu lassen. Sie konnten auch nicht zu allmächtig werden, als dass sie ungefragt die Oberherrschaft über meine Gefühlswelt bekommen und ich ihnen nichts mehr schönes entgegen zu setzen hätte.

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Als ich am Donnerstag merkte, dass ich trotzdem raus wollte, raus in die Natur, habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und meine restliche Urlaubswoche kurzerhand in Ennepetal und auf dem dortigen Campingplatz inklusive angrenzender Wälder, Felder und am Ennepetaler Stausee verbracht. Mina und ich sind ja mittlerweile geübte Camper und so waren unsere 7 Sachen nach kurzer Zeit gepackt.

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Die Zeit in der Natur und ständig unter freiem, meist strahlend blauem Himmel tat total gut und war genau das, was ich zu dem Zeitpunkt brauchte. Die Bewegung, das Atmen, das Menschenleere und die Freiheit der Natur waren sehr erholsam und heilsam für mich. Ich habe viel Zeit mit Mina verbracht und wir haben uns treiben lassen.

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Neben der ganzen Wanderei habe ich an einem Tag auch einiges an Wildkräutern gesammelt und mir so aus Brennesseln, Girsch, Wiesenlabkraut und etwas Sauerklee zusammen mit ein paar mitgebrachten Zutaten einen leckeren Salat als Vorspeise zum Abendessen gezaubert. (Hauptspeise war übrigens eine geräucherte Forelle vom Forellenhof zwei Kilometer weiter. Auch sehr lecker!)

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Natürlich gab es auch Momente, wo ich emotional ein Stück gefallen bin, doch ich wusste, dass dies kommen würde. Und: dank Zykluskalender konnte ich recht schnell sehen, dass dies auch prompt mit dem Beginn meiner PMS zusammen fiel, die ja seit einigen Monaten recht starke, depressionsähnliche Symptome hervorruft. So habe ich auch in diesen Momenten auf mich geachtet und mich nicht für meine vermeintliche Schwäche verachtet, so wie es früher der Fall gewesen wäre. Stattdessen habe ich mich auf die sehr positiven Seiten der ganzen Situation konzentriert, ohne die traurigen Momente auszublenden.

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Auch wenn ich mich in wenigen Momenten alleine gefühlt habe, einsam war ich nie. Denn ich habe einige sehr liebe Nachrichten von sehr lieben Menschen bekommen. Dank diesen Menschen habe ich ein sicheres soziales Netz, in dem ich mich gut aufgehoben und verstanden fühle. Ein Hoch auf die Freundschaften, bei denen die Menschen auch da sind, wenn man nicht nur quietschfiedel durch die Gegend hüpft! (Übrigens auch ein positiver Nebeneffekt meiner Depression: dank ihr habe ich einige sehr wichtige Menschen in meinem Leben dazugewonnen, die ich ohne sie wahrscheinlich nicht kennengelernt hätte.)

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Sonntagmorgen sind Mina und ich nach Hause gefahren. Die Tage in Ennepetal und der angrenzenden Natur waren sehr gut, hilfreich und genau passend für meine Selbstfürsorge. Auch wenn es die kommenden Monate immer mal wieder Momente geben wird, die nicht einfach für mich sind, so habe ich doch eine gute Basis in mir zurecht gelegt, auf die ich in diesen Augenblicken zurückgreifen kann.

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Und alles in allem überwiegen gerade die positiven, hoffnungsvollen und sicheren Gefühle!

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Und was war schwierig in der letzten Zeit und warum ist der Blog umgezogen?
    Schön auf jeden Fall, dass Du stabiler bist und neue Freunde dazu gewonnen hast. Hast Du die in der Klinik kennengelernt oder auch durch den Blog?
    Ein gutes Wochenende wünsche ich noch!

    • Hallo Tina,
      es gab einige größere Veränderungen in meinem persönlichen Umfeld, die nicht allzu einfach waren. Meinen Blog habe ich wegen der am 25.05.18 in Kraft getretenen DSGVO umgezogen, weil der alte Anbieter die notwendigen Änderungen nicht umgesetzt hat.
      Die Freunde sind zum Teil übers Bloggen in mein Leben getreten. Oder durch Hobbys, die ich ohne die Depression nicht ausprobiert hätte.
      Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende! Liebe Grüße, Frauke

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